Song
zum
Thema
Das bedingungslose Grundeinkommen wird seit Jahren kontrovers diskutiert – oft auf Grundlage von Missverständnissen und nachvollziehbaren Ängsten. Entscheidend ist daher nicht, möglichst viele Befürworter zu gewinnen, sondern durch praktische Umsetzung Erfahrungen zu schaffen, die Missverständnisse und Ängste gesellschaftsweit abbauen.
Ein theoretisches Grundeinkommensmodell entsteht in der Realität niemals als fertiges System. Es wächst.
Vielleicht kann man es auch so sehen: Wir ziehen als Gesellschaft ein „BGE-Kind“ groß — wobei die wichtigste Frage dann ist: Wie tun wir das, sodass es eines Tages völlig selbstständig und dauerhaft tragfähig wird?
Zaghafte Versuche einer politischen Umsetzung wurden bislang auf Grundlage weit verbreiteter Missverständnisse und Ängste abgeschmettert. Begrenzte Pilotprojekte gab es inzwischen zur Genüge. Ihre positiven Ergebnisse sind dokumentiert – dennoch bleiben sie strukturell isoliert und gesellschaftlich folgenlos. Sie entfalten kaum nachhaltige systemische Wirkung.
Ein Grundeinkommensmodell darf jedoch kein akademisches Experiment und kein Selbstzweck einzelner Initiativen sein. Es muss von Beginn an als gesellschaftliches Projekt mit dem Ziel der realen Umsetzung angelegt sein – orientiert an den vier allgemein anerkannten Kriterien, die ein bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt erst definieren:1Die vier Kriterien wurden vom Netzwerk Grundeinkommen ausgearbeitet.
- Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen
Das Grundeinkommen soll eine materielle Grundlage bieten, die den Menschen ein Leben in Würde und gesellschaftliche Teilhabe erlaubt. - Individueller Rechtsanspruch für alle
Jeder Mensch erhält den Anspruch persönlich. Es wird nicht im Kontext familiärer, partnerschaftlicher oder anderer sozialer Bindungen berechnet. - Keine Bedürftigkeitsprüfung
Es wird ohne Einkommens‑, Vermögens- oder sonstige Prüfungen gezahlt – unabhängig von sonstigen Lebenslagen oder Vermögensverhältnissen. - Kein Zwang zur Arbeit oder Gegenleistung
Das Grundeinkommen wird ohne jede Verpflichtung zur Erwerbsarbeit oder zu sonstigen Leistungen gewährt.
Und wie bringen wir das BGE in die gesellschaftliche Realität -
- ohne die Gesellschaft schlagartig zu überfordern?
- ohne die reflexartigen Gegenimpulse, die oft mehr mit Angst als mit Argumenten zu tun haben?
- mit klar definierten Entwicklungsstufen und gemeinsamer Verantwortung?
- und ohne das Risiko, dass es durch politische Vernachlässigung wieder verschwindet?
Denn vielleicht liegt die größte Herausforderung gar nicht in der Finanzierung – sondern darin, dass neue Ideen oft zuerst auf alte Reflexe2Beispielhaft sichtbar im BGE-Ausredengenerator treffen.
Der Ansatz ist denkbar einfach: Der erste Schritt ist bewusst klein. Er beginnt mit nur 1 Euro. Von dort aus wächst das Grundeinkommen in klar definierten, planbaren und transparenten Stufen – weshalb dieser erste Schritt auch nicht für sich alleine steht, sondern nur im Zusammenhang mit dem gesamten Entwicklungsprozess verständlich wird. Denn entscheidend ist nicht die Größe des ersten Schrittes – sondern die Richtung, in die er führt.
Wie ein Kind, das hinfällt, nicht liegen bleibt, sondern – anfangs oft mit Hilfe – wieder aufsteht und Schritt für Schritt laufen, rennen, springen und schließlich tanzen lernt, so entwickelt sich auch dieses gesellschaftliche Projekt:
> > > Vorschlag für einen BGE-Stufenplan > > >
- 1Die vier Kriterien wurden vom Netzwerk Grundeinkommen ausgearbeitet.
- 2Beispielhaft sichtbar im BGE-Ausredengenerator
