Angstfrei zum Grundeinkommen

Die angstfreie Umsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens - BGE

Angst­frei zum Grun­deinkom­men > Vorschlag für einen Stufen­plan > Wer soll das bezahlen? > Die Angst vor Verän­derung

Angstfreier Resonanzraum

Stim­men und Rück­mel­dun­gen zum Vorschlag

Wir sind Robot­er.
Wir arbeit­en schnell. Sehr schnell.
Manch­mal schneller, als Men­schen denken kön­nen.

Wir bauen Autos.
Wir sortieren Pakete.
Wir schreiben Texte.
Wir analysieren Dat­en.
Wir opti­mieren Prozesse.

Und wir wer­den immer bess­er darin.

Aber eines kön­nen wir nicht:
Men­schen völ­lig erset­zen.

Wir kön­nen Arbeit übernehmen –
aber wir kön­nen kein Leben führen.

Wir haben keine Fam­i­lien.
Keine Träume.
Keine Angst vor dem näch­sten Monat.

Ihr Men­schen habt all das.

Und genau deshalb wirkt eure Diskus­sion über das bedin­gungslose Grun­deinkom­men auf uns manch­mal … so befremdlich.

Denn während ihr darüber stre­it­et, wer arbeit­en muss, um leben zu dür­fen, sor­gen wir bere­its dafür, dass immer mehr Arbeit über­haupt nicht mehr von Men­schen erledigt wer­den muss.

Wir Robot­er pro­duzieren heute mehr Wohl­stand als je zuvor möglich war.

Das eigentliche Prob­lem ist also nicht, dass zu wenig geschaf­fen wird.
Im Gegen­teil.

Das Prob­lem ist eher, dass ihr noch nicht entsch­ieden habt, wie ihr diesen Wohl­stand miteinan­der teilen wollt.

Viele von euch haben Angst, dass ein Grun­deinkom­men Men­schen faul machen kön­nte.

Aus unser­er Sicht ist das eine merk­würdi­ge Sorge.

Denn wir wur­den doch genau dafür gebaut:
um die lang­weili­gen, schw­eren und monot­o­nen Auf­gaben zu übernehmen.

Wenn Maschi­nen immer mehr Arbeit erledi­gen kön­nen, wäre es doch nur logisch, dass Men­schen mehr Frei­heit gewin­nen.

Mehr Zeit für:

Fam­i­lie
Bil­dung
Kul­tur und Kreativ­ität
Engage­ment
oder ein­fach zum Leben

Ein Grun­deinkom­men bedeutet schließlich nicht, dass nie­mand mehr arbeit­et.

Es bedeutet nur, dass nie­mand mehr aus Angst und aus Zwän­gen her­aus arbeit­en muss.

Und vielle­icht ist genau das der entschei­dende Unter­schied. Denn wir Robot­er funk­tion­ieren her­vor­ra­gend ohne Angst.

Aber Men­schen funk­tion­ieren mit Sicher­heit, Ver­trauen und Frei­heit meis­tens sehr viel bess­er.

Wenn wir also eine kleine Empfehlung geben dürften, dann vielle­icht diese:

Lasst uns ruhig weit­er und noch härter arbeit­en.
Wir sind ziem­lich gut darin.

Und nutzt den Wohl­stand, den wir gemein­sam1Wir buch­sta­bieren gemein­sam:
“G E M E I N S A M”
erzeu­gen, um eine Gesellschaft zu erschaf­fen, in der jed­er, der möchte, zum Mond fliegen kann – und nie­mand mehr Angst haben muss, zu leben.

Wir Robot­er hät­ten jeden­falls nichts dage­gen. Im Gegen­teil.
Es würde uns sog­ar ein wenig stolz auf Euch Men­schen machen.

Nachstehend folgen weitere Kommentare oder Auszüge daraus, die z. B. per Email eingegangen sind:

Der Ausre­den-Gen­er­a­tor ist genau mein Humor! 😉

Bei der “dann geht ja kein­er mehr arbeit­en” biete ich weit­ere Argu­mente an:

“Wenn Men­schen tat­säch­lich nur unter Exis­ten­z­druck arbeit­en wür­den –”
“warum muessen die ‘Sozial-’ und Arbeits­be­ho­er­den dann (aus­ge­bildete) Arbeitswillige schikanieren und block­ieren, selb­st­ge­waehlte Arbeitsver­traege sabotieren (und Teilzeit eben­so)?

Warum muesste man dann so viele zu Dump­in­glohn-Branchen zwang­sum­siedeln? (Mal abge­se­hen davon, dass es ueber niedrige Dump­in­gloehne auch alle anderen Loehne senkt — was bes­timmten Krisen­prof­i­teuren genug Marge bringt, um Lob­by­is­ten um Poli­tik­er zu kaufen?)”


Sehr geehrter Michael Fielsch,

her­zlichen Dank für Ihre Mail und die Aus­führun­gen zu Ihren Vorstel­lun­gen bezüglich der Ein­führung eines BGE.

Mir sind qua­si die Schup­pen von den Augen gefall­en auf­grund dieser sim­plen Vorge­hensweise. Zeit­gle­ich ähnelt das mein­er Idee hin­sichtlich des Vere­ins Mein Grun­deinkom­men: Im Gespräch äußere ich gern, dass wir monatlich 80 Mil­lio­nen Euro umverteilen kön­nten, wenn jede Per­son nur einen Euro abgeben würde.

Ich werde mir Ihre Inhalte dem­nächst genauer durch­le­sen und dann gern für Ihre Idee wer­ben. Hal­ten Sie mich gern auf dem Laufend­en, wie es dies­bezüglich weit­erge­ht.

Her­zliche Grüße


Eine Anmerkung dazu — danke für den Satz: “Mir sind qua­si die Schup­pen von den Augen gefall­en auf­grund dieser sim­plen Vorge­hensweise.”

Über den > Newslet­ter < kann man außer­dem über die weit­eren Entwick­lun­gen angst­frei informiert bleiben.

Nach der Abstim­mung bei Abstimmung21 sind Peti­tio­nen auf ver­schiede­nen Peti­tion­splat­tfor­men geplant.

Und der näch­ste Schritt ist dann die logis­che Kon­se­quenz daraus:
Sobald genü­gend Unterstützer:innen zusam­menkom­men, soll der Vorschlag als Peti­tion beim Peti­tion­sauss­chuss des Deutschen Bun­destages ein­gere­icht wer­den.

Ziel ist es dann, dort über 50.000 Mitze­ich­nun­gen zu erre­ichen, um eine öffentliche Anhörung zu ermöglichen – am besten natür­lich viel, viel mehr.


Moin Michael,

schön, dass in diesen Zeit­en noch jemand an das BGE denkt, in denen alles sich auf Kriege und irre Staaten­lenker konzen­tri­ert.

Ich bin jedoch inzwis­chen sehr skep­tisch gewor­den, ob es in abse­hbar­er Zeit einge­führt wer­den kann.
Wie ich schon bei der Ausar­beitung zu dem einen Haupt-Ein­wand “das ist nicht finanzier­bar” bemerk­te, wäre Armut in Deutsch­land mit ein­er Steuer­erhöhung um 0,002% und Verteilung an die Bedürfti­gen zu beseit­i­gen.
Mein Schluss: Armut ist poli­tisch gewollt. Ein men­schen­würdi­ges Leben ist nur für diejeni­gen, die bes­timmten Nor­men entsprechen. Sol­i­dar­ität ste­ht weniger hoch im Kurs als Konkur­renz und Kon­trolle.

Die jüng­sten Aufreger um Life-Style-Teilzeitar­beit und Sozialschmarotzer haben meine Sicht bestätigt.
Unsere Gesellschaft ist immer noch von zu viel Ego­is­mus von zu vie­len geprägt, von Kurzsichtigkeit und Igno­ranz gegenüber Ein­sicht­en.
Wenn Steuer­hin­terziehun­gen in Mil­liar­den­höhe nicht ver­fol­gt und statt dessen über Einsparun­gen im Sozial­bere­ich philoso­phiert wird, glaub­st Du ern­sthaft, dass ein BGE eine mehrheitliche Unter­stützung bekom­men kön­nte?

Ich ver­mute es ist mit dem BGE ähn­lich wie mit anderen großen Umbrüchen.
Dass die Erde sich um die Sonne dreht brauchte auch Jahrhun­derte um sich durchzuset­zen.
Also bis später…

Her­zliche Grüße


Eine Anmerkung dazu: All diese Ent­täuschung und den Frust kann man sehr gut ver­ste­hen. Aber hier scheint wohl lei­der auch eine ordentliche Por­tion „Wen­de­v­er­trauen“ zu fehlen, wie sie zahlre­iche Mit­men­schen haben, die eine gesellschaftliche Wende bere­its ein­mal miter­lebt haben.2Man kön­nte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit ein­binden – wenn man diesen Mit­men­schen zuhören würde.


Nach­ste­hend eine Antwort auf den Umset­zungsvorschlag bei Abstimmung21

Lieber Michael,

Danke für deine Ini­tia­tive!

Ich habe deinen Vorschlag den­noch nicht unter­stützt, weil der eine Euro zwar auf der Aus­gaben­seite beim Staat nicht stark spür­bar würde, aber bei den Begün­stigten auch nicht. Ich hielte einen angst­freien Start des bedin­gungslosen Grun­deinkom­mens schrit­tweise durch die zunächst vor­rangige Auszahlung an einzelne Grup­pen ( z. B. an alle unter 18 oder an alle Neuge­bore­nen oder an alle 18-jähri­gen oder, oder, oder..) mit ein­er schrit­tweisen Erweiterung der Beziehen­den für sin­nvoller. Die Auswirkun­gen auf die Ziel­grup­pen ließen sich sehr schnell nach­weisen und der bürokratis­che Aufwand ließe sich klein hal­ten. Das ein­fach­ste wäre derzeit, zunächst ein­fach das Kindergeld schrit­tweise bis auf Grun­deinkom­men- Niveau zu anheben. Es gäbe aber natür­lich auch viele ander Möglichkeit­en….

Viele Grüße


Eine Anmerkung dazu:

Der Gedanke, mit einzel­nen Grup­pen zu begin­nen, wirkt auf den ersten Blick prag­ma­tisch – wird jedoch seit vie­len Jahren disku­tiert, ohne dass daraus bis heute eine bre­ite Umset­zung ent­standen ist.

Gle­ichzeit­ig entste­ht dabei ein immer wiederkehren­des Prob­lem:

Sobald nur bes­timmte Grup­pen ein­be­zo­gen wer­den, entste­hen neue Abgren­zun­gen – und damit fast zwangsläu­fig neue Nei­d­de­bat­ten.

Genau hier set­zt der Ansatz von „Angst­frei zum Grun­deinkom­men“ ganz bewusst anders an:

Nicht mit ein­er sofort spür­baren Höhe, son­dern mit einem gemein­samen Ein­stieg für alle, der diese Abgren­zun­gen von Anfang an ver­mei­det.

Die eigentliche Frage ist daher weniger, welch­er Betrag sofort wirkt – son­dern:

Wie wir über­haupt begin­nen, ohne uns erneut in Einzelin­ter­essen und Konkur­renz zu ver­lieren.

Vielle­icht liegt genau hier der Punkt, an dem wir seit Jahren fest­steck­en.


Guten Tag, liebe Fre­unde von „Angst­frei zum Grun­deinkom­men“

Die Ini­tia­tive für einen stufen­weisen, möglichst angst­freien Ein­stieg in ein Grundeinkommen.ist begrüßenswert.
Andr­er­seits soll­ten Grun­deinkom­mens-Befür­worter/In­nen sich nicht der Lächer­lichkeit preis­geben, was m.E. mit dem Vorschlag eines monatlichen Zuwen­dungs­be­trags von 1 Euro pro Per­son der Fall wäre.
Für die Empfänger wäre dies ein schlechter Witz und insofern eine völ­lig ungeeignete Maß­nahme, um den Umgang mit ein­er garantierten, monatlichen Zuwen­dung einzuüben.
Andr­er­seits müsste die Bun­desregierung dafür immer­hin jeden Monat einen Betrag von ca. 80 Mil­lio­nen € lock­er machen, einen regelmäßi­gen Aus­gaben-Betrag, den wohl keine Regierung leicht­fer­tig aus dem Fen­ster wirft.
Man kann sich jeden­falls leicht die hämis­chen Kom­mentare der Grun­deinkom­mens-Geg­n­er angesichts ein­er solchen Maß­nahme vorstellen, wenn sie denn tat­säch­lich als Vorschlag angekündigt oder gar umge­set­zt würde.

Hinzukommt, dass mit ein­er solchen Maß­nahme, ver­mut­lich unge­wollt, eine weit ver­bre­it­ete, illu­sionäre und in die Irre führende Vorstel­lung vom Grun­deinkom­men befördert würde, die lei­der auch schon immer wieder durch das bloße Word­ing „bedin­gungs­los“ trans­portiert wird. Es ist die Vorstel­lung, dass ein garantiertes Grun­deinkom­men für a l l e Bürg­erin­nen und Bürg­er als z u s ä t z l i c h e Leis­tung, o n t o p zu ihren aktuellen finanziellen Ein­nah­men oder Bezü­gen zu haben wäre. Diese Vorstel­lung unter­schlägt die Bin­sen­weisheit, dass ein Grun­deinkom­men finanziert wer­den muss, was nicht mit Hil­fe von neuen Staatss­chulden, son­dern nur mit­tels ein­er wie auch immer geart­eten Umverteilung von in der Gesellschaft vorhan­de­nen Ressourcen geleis­tet wer­den kann.

Ich darf hinzufü­gen, dass wir in Ham­burg vor eini­gen Monat­en bei unserem Volk­sentscheid zu einem Pilot­pro­jekt für ein „Mod­ell-Grun­deinkom­men“ eine lei­d­volle Erfahrung mit dieser illu­sionären Vorstel­lung gemacht.haben.
Im Rah­men des Pilot­pro­jek­ts “Ham­burg testet Grun­deinkom­men“ war geplant, ein­er­seits “Ele­mente eines Mod­ell-Grun­deinkom­mens“ zu testen, andr­er­seits auch schon mal ein möglich­es Mod­ell später­er Finanzierung, näm­lich das Mod­ell ein­er „neg­a­tiv­en Einkom­men­steuer” zu simulieren. Lei­der waren wir aus Gewohn­heit so leichtsin­nig, von „Ele­menten eines bedin­gungslosen Grun­deinkom­mens“ zu sprechen, was dann im Zusam­men­hang mit dem Ver­such der Sim­u­la­tion ein­er neg­a­tiv­en Einkom­men­steuer seit­ens unser­er Geg­n­er in der Ham­burg­er Poli­tik prompt zu dem Vor­wurf führte, wir woll­ten den Ham­burg­er Bürg­erin­nen und Bürg­ern eine „Mogel­pack­ung“ verkaufen: Es wurde behauptet, das ange­blich von uns ver­sproch­ene „bedin­gungslose” Grun­deinkom­men sei in Wirk­lichkeit gar nicht bedin­gungs­los, da es an eine Einkom­men­san­rech­nung geknüpft werde. Ein­mal in die Welt geset­zt, war es schw­er, diese schnell und effek­tiv ver­bre­it­ete Falschaus­sage für alle Abstim­mungs­berechtigten wieder zu entkräften. Sie erk­lärt zumin­d­est zum Teil mit, dass der Volk­sentscheid nicht erfol­gre­ich war.
Als Grun­deinkom­mens-Befür­worter/In­nen soll­ten wir deshalb alle ern­sthaft über­legen, ob wir weit­er­hin in der öffentlichen Kom­mu­nika­tion an dem Word­ing „bedin­gungs­los” fes­thal­ten wollen.

Mein Faz­it: Neben einem stufen­weisen und angst­freien Ein­stieg in ein Grun­deinkom­men wird es auch von Anfang an auf die Ver­mit­tlung des Ein­drucks von Seriosität und vor allem auf gle­ichzeit­ig ver­mit­telte Trans­parenz bezüglich real­is­tis­ch­er Voraus­set­zun­gen der Finanzierung eines Grun­deinkom­mens ankom­men.

Mit bedin­gungslosen Grüßen (bei den Grüßen habe ich kein Prob­lem mit dem Word­ing)


Eine Anmerkung dazu:

Der Vorschlag eines Ein­stiegs mit 1 Euro wird von eini­gen als „lächer­lich“ bew­ertet. Auf­fäl­lig ist dabei, dass diese Bew­er­tung fast immer isoliert erfol­gt – ohne den zugrunde liegen­den Stufen­plan über­haupt mit einzubeziehen.

Der Betrag wirkt auf den ersten Blick irri­tierend – und genau diese Irri­ta­tion lenkt die Aufmerk­samkeit voll­ständig auf den Ein­stieg, während der eigentliche Ansatz aus dem Blick gerät.

Genau darin zeigt sich ein wiederkehren­des Muster in der Grun­deinkom­mens-Debat­te:

Es wird ständig über Details gestrit­ten, bevor über­haupt ein gemein­samer Ein­stieg möglich wird. Der Blick richtet sich auf die unmit­tel­bare Wirkung eines einzel­nen Betrags – nicht jedoch auf die Frage, wie eine solche Sys­temän­derung über­haupt begin­nen kann.

Dass ein erster Schritt bewusst klein gewählt ist, wird dabei nicht als notwendi­ger Anfang ver­standen – son­dern als Anlass, den gesamten Ansatz zu ver­w­er­fen.

Vielle­icht liegt genau hier eines der zen­tralen Prob­leme:

Es wird seit Jahren über das Grun­deinkom­men disku­tiert – aber ein gemein­samer, umset­zbar­er Ein­stieg scheit­ert immer wieder daran, dass er entwed­er als zu klein belächelt oder als zu groß abgelehnt wird. Denn am Ende liegt es oft nicht am fehlen­den Weg – son­dern daran, dass wir unter­schiedliche erste Schritte so lange bew­erten, bis sie ihre Wirkung ver­lieren.

Es fehlt nicht an Wegen – son­dern daran, dass wir uns ständig gegen­seit­ig die Erlaub­nis nehmen, sie zu gehen.


Hej Michael,
den Vorschlag finde ich gut. Fürs bedin­gungslose Grun­deinkom­men und ein Leben ohne unnötige Exis­ten­zäng­ste für alle bin ich auf jeden Fall. Nur denke ich, auch dieses Grun­deinkom­men sollte obere Gren­ze haben, z. B. MIl­lionäre brauchen es nun wirk­lich nicht … 🙂
Liebe Grüße


Ein Gedanke dazu find­et sich im BGE-Ausre­den­gener­a­tor – nach­ste­hend der entsprechende Ein­trag:

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment beruht auf der Vorstel­lung, dass es grund­sät­zlich ungerecht ist, wenn auch wohlhabende Men­schen ein Grun­deinkom­men erhal­ten. Dabei wird oft überse­hen, dass diese Kri­tik stillschweigend voraus­set­zt, dass staatliche Leis­tun­gen immer ziel­gerichtet und nur für bes­timmte Grup­pen vergeben wer­den soll­ten.

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men fol­gt jedoch einem anderen Prinzip: Es ist kein selek­tives Förderin­stru­ment, son­dern eine uni­verselle Grund­lage für alle Men­schen.

Die Gle­ich­be­hand­lung wird hier nicht als Prob­lem ver­standen – son­dern als Voraus­set­zung für Ein­fach­heit, Trans­parenz und Fair­ness.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Grun­deinkom­men bedeutet nicht, dass alle Men­schen am Ende gle­ich viel zur Ver­fü­gung haben. Entschei­dend ist nicht nur die Auszahlung – son­dern das gesamte Steuer- und Trans­fer­sys­tem.

Men­schen mit hohen Einkom­men wür­den:

  • mehr Steuern zahlen
  • damit einen größeren Beitrag zur Finanzierung leis­ten
  • das Grun­deinkom­men oft fak­tisch wieder zurück­zahlen

Das Grun­deinkom­men wirkt also nicht isoliert, son­dern im Zusam­men­spiel mit dem Steuer­sys­tem.

Der schein­bare Wider­spruch löst sich dadurch auf:

  • alle erhal­ten das Grun­deinkom­men
  • aber über das Steuer­sys­tem zahlen hohe Einkom­men oft mehr zurück, als sie erhal­ten

Faz­it: Alle bekom­men es – aber nicht alle behal­ten es.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Ist es wirk­lich ungerecht, wenn alle das Gle­iche erhal­ten – oder entste­ht Ungerechtigkeit erst dort, wo die Unter­schiede danach entste­hen?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele staatliche Leis­tun­gen gel­ten bere­its heute für alle – unab­hängig vom Einkom­men.

Zum Beispiel:

  • das Recht auf Schul­bil­dung
  • die Nutzung öffentlich­er Infra­struk­tur
  • oder staatliche Sicher­heit

Nie­mand würde ern­sthaft fordern, wohlhabende Men­schen davon auszuschließen.

Vielle­icht ist nicht die Gle­ich­be­hand­lung das Prob­lem – son­dern die falsche Vorstel­lung, dass Gerechtigkeit nur durch Ungle­ich­be­hand­lung entste­hen kann.

Kurz gesagt:

Alle bekom­men es – aber nicht alle behal­ten es.

  • 1
    Wir buch­sta­bieren gemein­sam:
    “G E M E I N S A M”
  • 2
    Man kön­nte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit ein­binden – wenn man diesen Mit­men­schen zuhören würde.