Angstfrei zum Grundeinkommen > Vorschlag für einen Stufenplan > Wer soll das bezahlen? > Die Angst vor Veränderung
Angstfreier Resonanzraum
Stimmen und Rückmeldungen zum Vorschlag
Nachstehend folgen weitere Kommentare oder Auszüge daraus, die z. B. per Email eingegangen sind:
Der Ausreden-Generator ist genau mein Humor! 😉
Bei der “dann geht ja keiner mehr arbeiten” biete ich weitere Argumente an:
“Wenn Menschen tatsächlich nur unter Existenzdruck arbeiten würden –”
“warum muessen die ‘Sozial-’ und Arbeitsbehoerden dann (ausgebildete) Arbeitswillige schikanieren und blockieren, selbstgewaehlte Arbeitsvertraege sabotieren (und Teilzeit ebenso)?
Warum muesste man dann so viele zu Dumpinglohn-Branchen zwangsumsiedeln? (Mal abgesehen davon, dass es ueber niedrige Dumpingloehne auch alle anderen Loehne senkt — was bestimmten Krisenprofiteuren genug Marge bringt, um Lobbyisten um Politiker zu kaufen?)”
Sehr geehrter Michael Fielsch,
herzlichen Dank für Ihre Mail und die Ausführungen zu Ihren Vorstellungen bezüglich der Einführung eines BGE.
Mir sind quasi die Schuppen von den Augen gefallen aufgrund dieser simplen Vorgehensweise. Zeitgleich ähnelt das meiner Idee hinsichtlich des Vereins Mein Grundeinkommen: Im Gespräch äußere ich gern, dass wir monatlich 80 Millionen Euro umverteilen könnten, wenn jede Person nur einen Euro abgeben würde.
Ich werde mir Ihre Inhalte demnächst genauer durchlesen und dann gern für Ihre Idee werben. Halten Sie mich gern auf dem Laufenden, wie es diesbezüglich weitergeht.
Herzliche Grüße
Eine Anmerkung dazu — danke für den Satz: “Mir sind quasi die Schuppen von den Augen gefallen aufgrund dieser simplen Vorgehensweise.”
Über den > Newsletter < kann man außerdem über die weiteren Entwicklungen angstfrei informiert bleiben.
Nach der Abstimmung bei Abstimmung21 sind Petitionen auf verschiedenen Petitionsplattformen geplant.
Und der nächste Schritt ist dann die logische Konsequenz daraus:
Sobald genügend Unterstützer:innen zusammenkommen, soll der Vorschlag als Petition beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht werden.
Ziel ist es dann, dort über 50.000 Mitzeichnungen zu erreichen, um eine öffentliche Anhörung zu ermöglichen – am besten natürlich viel, viel mehr.
Moin Michael,
schön, dass in diesen Zeiten noch jemand an das BGE denkt, in denen alles sich auf Kriege und irre Staatenlenker konzentriert.
Ich bin jedoch inzwischen sehr skeptisch geworden, ob es in absehbarer Zeit eingeführt werden kann.
Wie ich schon bei der Ausarbeitung zu dem einen Haupt-Einwand “das ist nicht finanzierbar” bemerkte, wäre Armut in Deutschland mit einer Steuererhöhung um 0,002% und Verteilung an die Bedürftigen zu beseitigen.
Mein Schluss: Armut ist politisch gewollt. Ein menschenwürdiges Leben ist nur für diejenigen, die bestimmten Normen entsprechen. Solidarität steht weniger hoch im Kurs als Konkurrenz und Kontrolle.
Die jüngsten Aufreger um Life-Style-Teilzeitarbeit und Sozialschmarotzer haben meine Sicht bestätigt.
Unsere Gesellschaft ist immer noch von zu viel Egoismus von zu vielen geprägt, von Kurzsichtigkeit und Ignoranz gegenüber Einsichten.
Wenn Steuerhinterziehungen in Milliardenhöhe nicht verfolgt und statt dessen über Einsparungen im Sozialbereich philosophiert wird, glaubst Du ernsthaft, dass ein BGE eine mehrheitliche Unterstützung bekommen könnte?
Ich vermute es ist mit dem BGE ähnlich wie mit anderen großen Umbrüchen.
Dass die Erde sich um die Sonne dreht brauchte auch Jahrhunderte um sich durchzusetzen.
Also bis später…
Herzliche Grüße
Eine Anmerkung dazu: All diese Enttäuschung und den Frust kann man sehr gut verstehen. Aber hier scheint wohl leider auch eine ordentliche Portion „Wendevertrauen“ zu fehlen, wie sie zahlreiche Mitmenschen haben, die eine gesellschaftliche Wende bereits einmal miterlebt haben.2Man könnte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit einbinden – wenn man diesen Mitmenschen zuhören würde.
Nachstehend eine Antwort auf den Umsetzungsvorschlag bei Abstimmung21
Lieber Michael,
Danke für deine Initiative!
Ich habe deinen Vorschlag dennoch nicht unterstützt, weil der eine Euro zwar auf der Ausgabenseite beim Staat nicht stark spürbar würde, aber bei den Begünstigten auch nicht. Ich hielte einen angstfreien Start des bedingungslosen Grundeinkommens schrittweise durch die zunächst vorrangige Auszahlung an einzelne Gruppen ( z. B. an alle unter 18 oder an alle Neugeborenen oder an alle 18-jährigen oder, oder, oder..) mit einer schrittweisen Erweiterung der Beziehenden für sinnvoller. Die Auswirkungen auf die Zielgruppen ließen sich sehr schnell nachweisen und der bürokratische Aufwand ließe sich klein halten. Das einfachste wäre derzeit, zunächst einfach das Kindergeld schrittweise bis auf Grundeinkommen- Niveau zu anheben. Es gäbe aber natürlich auch viele ander Möglichkeiten….
Viele Grüße
Eine Anmerkung dazu:
Der Gedanke, mit einzelnen Gruppen zu beginnen, wirkt auf den ersten Blick pragmatisch – wird jedoch seit vielen Jahren diskutiert, ohne dass daraus bis heute eine breite Umsetzung entstanden ist.
Gleichzeitig entsteht dabei ein immer wiederkehrendes Problem:
Sobald nur bestimmte Gruppen einbezogen werden, entstehen neue Abgrenzungen – und damit fast zwangsläufig neue Neiddebatten.
Genau hier setzt der Ansatz von „Angstfrei zum Grundeinkommen“ ganz bewusst anders an:
Nicht mit einer sofort spürbaren Höhe, sondern mit einem gemeinsamen Einstieg für alle, der diese Abgrenzungen von Anfang an vermeidet.
Die eigentliche Frage ist daher weniger, welcher Betrag sofort wirkt – sondern:
Wie wir überhaupt beginnen, ohne uns erneut in Einzelinteressen und Konkurrenz zu verlieren.
Vielleicht liegt genau hier der Punkt, an dem wir seit Jahren feststecken.
Guten Tag, liebe Freunde von „Angstfrei zum Grundeinkommen“
Die Initiative für einen stufenweisen, möglichst angstfreien Einstieg in ein Grundeinkommen.ist begrüßenswert.
Andrerseits sollten Grundeinkommens-Befürworter/Innen sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben, was m.E. mit dem Vorschlag eines monatlichen Zuwendungsbetrags von 1 Euro pro Person der Fall wäre.
Für die Empfänger wäre dies ein schlechter Witz und insofern eine völlig ungeeignete Maßnahme, um den Umgang mit einer garantierten, monatlichen Zuwendung einzuüben.
Andrerseits müsste die Bundesregierung dafür immerhin jeden Monat einen Betrag von ca. 80 Millionen € locker machen, einen regelmäßigen Ausgaben-Betrag, den wohl keine Regierung leichtfertig aus dem Fenster wirft.
Man kann sich jedenfalls leicht die hämischen Kommentare der Grundeinkommens-Gegner angesichts einer solchen Maßnahme vorstellen, wenn sie denn tatsächlich als Vorschlag angekündigt oder gar umgesetzt würde.
Hinzukommt, dass mit einer solchen Maßnahme, vermutlich ungewollt, eine weit verbreitete, illusionäre und in die Irre führende Vorstellung vom Grundeinkommen befördert würde, die leider auch schon immer wieder durch das bloße Wording „bedingungslos“ transportiert wird. Es ist die Vorstellung, dass ein garantiertes Grundeinkommen für a l l e Bürgerinnen und Bürger als z u s ä t z l i c h e Leistung, o n t o p zu ihren aktuellen finanziellen Einnahmen oder Bezügen zu haben wäre. Diese Vorstellung unterschlägt die Binsenweisheit, dass ein Grundeinkommen finanziert werden muss, was nicht mit Hilfe von neuen Staatsschulden, sondern nur mittels einer wie auch immer gearteten Umverteilung von in der Gesellschaft vorhandenen Ressourcen geleistet werden kann.
Ich darf hinzufügen, dass wir in Hamburg vor einigen Monaten bei unserem Volksentscheid zu einem Pilotprojekt für ein „Modell-Grundeinkommen“ eine leidvolle Erfahrung mit dieser illusionären Vorstellung gemacht.haben.
Im Rahmen des Pilotprojekts “Hamburg testet Grundeinkommen“ war geplant, einerseits “Elemente eines Modell-Grundeinkommens“ zu testen, andrerseits auch schon mal ein mögliches Modell späterer Finanzierung, nämlich das Modell einer „negativen Einkommensteuer” zu simulieren. Leider waren wir aus Gewohnheit so leichtsinnig, von „Elementen eines bedingungslosen Grundeinkommens“ zu sprechen, was dann im Zusammenhang mit dem Versuch der Simulation einer negativen Einkommensteuer seitens unserer Gegner in der Hamburger Politik prompt zu dem Vorwurf führte, wir wollten den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern eine „Mogelpackung“ verkaufen: Es wurde behauptet, das angeblich von uns versprochene „bedingungslose” Grundeinkommen sei in Wirklichkeit gar nicht bedingungslos, da es an eine Einkommensanrechnung geknüpft werde. Einmal in die Welt gesetzt, war es schwer, diese schnell und effektiv verbreitete Falschaussage für alle Abstimmungsberechtigten wieder zu entkräften. Sie erklärt zumindest zum Teil mit, dass der Volksentscheid nicht erfolgreich war.
Als Grundeinkommens-Befürworter/Innen sollten wir deshalb alle ernsthaft überlegen, ob wir weiterhin in der öffentlichen Kommunikation an dem Wording „bedingungslos” festhalten wollen.
Mein Fazit: Neben einem stufenweisen und angstfreien Einstieg in ein Grundeinkommen wird es auch von Anfang an auf die Vermittlung des Eindrucks von Seriosität und vor allem auf gleichzeitig vermittelte Transparenz bezüglich realistischer Voraussetzungen der Finanzierung eines Grundeinkommens ankommen.
Mit bedingungslosen Grüßen (bei den Grüßen habe ich kein Problem mit dem Wording)
Eine Anmerkung dazu:
Der Vorschlag eines Einstiegs mit 1 Euro wird von einigen als „lächerlich“ bewertet. Auffällig ist dabei, dass diese Bewertung fast immer isoliert erfolgt – ohne den zugrunde liegenden Stufenplan überhaupt mit einzubeziehen.
Der Betrag wirkt auf den ersten Blick irritierend – und genau diese Irritation lenkt die Aufmerksamkeit vollständig auf den Einstieg, während der eigentliche Ansatz aus dem Blick gerät.
Genau darin zeigt sich ein wiederkehrendes Muster in der Grundeinkommens-Debatte:
Es wird ständig über Details gestritten, bevor überhaupt ein gemeinsamer Einstieg möglich wird. Der Blick richtet sich auf die unmittelbare Wirkung eines einzelnen Betrags – nicht jedoch auf die Frage, wie eine solche Systemänderung überhaupt beginnen kann.
Dass ein erster Schritt bewusst klein gewählt ist, wird dabei nicht als notwendiger Anfang verstanden – sondern als Anlass, den gesamten Ansatz zu verwerfen.
Vielleicht liegt genau hier eines der zentralen Probleme:
Es wird seit Jahren über das Grundeinkommen diskutiert – aber ein gemeinsamer, umsetzbarer Einstieg scheitert immer wieder daran, dass er entweder als zu klein belächelt oder als zu groß abgelehnt wird. Denn am Ende liegt es oft nicht am fehlenden Weg – sondern daran, dass wir unterschiedliche erste Schritte so lange bewerten, bis sie ihre Wirkung verlieren.
Es fehlt nicht an Wegen – sondern daran, dass wir uns ständig gegenseitig die Erlaubnis nehmen, sie zu gehen.
Hej Michael,
den Vorschlag finde ich gut. Fürs bedingungslose Grundeinkommen und ein Leben ohne unnötige Existenzängste für alle bin ich auf jeden Fall. Nur denke ich, auch dieses Grundeinkommen sollte obere Grenze haben, z. B. MIllionäre brauchen es nun wirklich nicht … 🙂
Liebe Grüße
Ein Gedanke dazu findet sich im BGE-Ausredengenerator – nachstehend der entsprechende Eintrag:
Kurz gesagt:
Alle bekommen es – aber nicht alle behalten es.
- 1Wir buchstabieren gemeinsam:
“G E M E I N S A M” - 2Man könnte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit einbinden – wenn man diesen Mitmenschen zuhören würde.
