Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

Angst­frei zum Grun­deinkom­men > Vorschlag für einen Stufen­plan > Wer soll das bezahlen? > Die Angst vor Verän­derung

Der
Song
zum
The­ma

Angstfreier Resonanzraum

Stim­men und (kri­tis­che) Rück­mel­dun­gen zum Vorschlag


Angstfreies BGE & FAIRCONOMY
„Schluss mit der Existenzangst: Mit BGE und der Fairconomy

Ein Videoge­spräch zwis­chen:

Bas­t­ian Kranz
von der Ini­tia­tive für Natür­liche Wirtschaft­sor­d­nung — INWO e. V.

Michael Fielsch
von der BGE-Ini­tia­tive „Angst­frei zum Grun­deinkom­men – Die Rückbesin­nung auf das Nor­male“

Angstfreies BGE & FAIRCONOMY

In diesem Videoge­spräch tre­f­fen zwei unter­schiedliche, aber in vie­len Punk­ten miteinan­der ver­bun­dene Ansätze aufeinan­der:

Während sich die Fair­con­o­my / INWO seit vie­len Jahren mit Fra­gen rund um Boden-, Geld- und Ressourcenre­for­men beschäftigt, ste­ht bei „Angst­frei zum Grun­deinkom­men“ ins­beson­dere die psy­chol­o­gis­che und gesellschaftliche Ebene im Mit­telpunkt.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

  • den 1‑Eu­ro-Eis­brech­er als niedrigschwelli­gen Ein­stieg ins Grun­deinkom­men,
  • das Grun­drecht auf die Nutzung natür­lich­er Ressourcen,
  • psy­chol­o­gis­che Block­aden inner­halb der Gesellschaft und der BGE-Szene,
  • mögliche Syn­ergieef­fek­te ver­schieden­er BGE-Mod­elle,
  • Grun­deinkom­men aus ökol­o­gis­chen Erträ­gen wie Solaren­ergie,
  • den BGE-Ausre­den­gener­a­tor in seinen kom­menden Aus­baustufen,
  • sowie die Frage, warum viele gute Ideen gesellschaftlich immer wieder an Angst, Abgren­zung und Kon­di­tion­ierung scheit­ern.

Dabei entste­ht bewusst keine klas­sis­che Stre­it­de­bat­te, son­dern ein offen­er Denk- und Res­o­nanzraum, in dem unter­schiedliche Per­spek­tiv­en miteinan­der ver­bun­den wer­den sollen — statt sich gegen­seit­ig zu block­ieren.

Im Mit­telpunkt ste­ht immer wieder ein zen­traler Gedanke:

Das bedin­gungslose Grun­deinkom­men
ist kein Geschenk,

son­dern die Umset­zung
eines exis­ten­ziellen Grun­drechts.

Machen wir mal das so. Die Auf­nahme müsste jet­zt laufen. 00:00

Pri­ma. 00:09

So, ja, dann her­zlich willkom­men, ne, zum The­ma wie das ein Euro-BGE oder angst­freies BGE und die FAIRCONOMY die Angst der Men­schen über­winden kön­nten. 00:17

Eine Diskus­sion über die Syn­ergie der bei­den Ideen. 00:28

Ja, genau. Genau. Und ich sag erst­mal auch vie­len vie­len her­zlichen Dank erst­mal über­haupt über die fan­tastis­che pos­i­tive Reak­tion auf dieses ganze Konzept über­haupt erst­mal. 00:32

Das war ja sozusagen der Anfang und dann jet­zt auch zu der Ein­ladung jet­zt hier zu dem Chat, dass ich mal die Möglichkeit bekomme, das Ganze rüberzubrin­gen und dass wir das dann the­ma­tisch ein biss­chen verknüpfen kön­nen mit euren Kern­the­men. 00:41

Und äh ja, wie gesagt, vie­len Dank dafür. 00:57

Ja, Herr Fielsch, also Michael Fielsch, Sie kön­nen dann anfan­gen mal über das angst­freie BGE zu erzählen, was dahin­ter steckt. 01:06

Ich habe im Feb­ru­ar diesen Jahres, Mitte Feb­ru­ar diesen Jahres, mit­ten in der Nacht diese Idee gehabt, weil ich bin seit 2009 fürs Grun­deinkom­men aktiv. 01:11

Mich ärg­ert es maß­los, dass wir zu dem The­ma über­haupt nicht vor­wärt­skom­men. 01:19

Dass das aus der Öffentlichkeit, aus dem Main­stream fast völ­lig wieder ver­schwun­den ist. Dass kein­er mehr drüber redet. 01:26

Da habe ich einen Blitzgedanken gehabt eben halt. 01:34

Es wer­den immer wieder Pilot­pro­jek­te angestoßen, ver­sucht Volk­sentschei­de zu machen. 01:43

Der let­zte Ver­such in Ham­burg zum Beispiel … 01:52

Mir kam die Idee: Wie kann man die Masse der Men­schen sofort erre­ichen? 02:21

Deshalb die Idee mit 1 € anz­u­fan­gen, weil es so eine nieder­schwellige Hürde ist. 02:30

Ein sym­bol­is­ch­er Betrag. 02:47

Wenn jed­er auf ein­mal 1 € jeden Monat bekommt, fängt er an sich Fra­gen zu stellen. 02:57

Warum kriege ich hier ein­fach Geld auf mein Kon­to? 03:05

Vielle­icht aktiviert ihn das fürs Grun­deinkom­men. 03:12

Gle­ichzeit­ig fall­en natür­lich Startkosten an und sofort begin­nen wieder die typ­is­chen Diskus­sio­nen. 03:21

„100 % Grun­deinkom­men und Frauen bekom­men 70 %.“ 03:44

Es bleibt nicht auf der men­schlichen Ebene, son­dern geht sofort ins Materielle rein. 04:01

Dann heißt es wieder:
„Dann geht ja kein­er mehr arbeit­en.“
„Wie soll das finanziert wer­den?“
„Dann steigt sofort die Infla­tion.“ 04:15

Deshalb habe ich ange­fan­gen die ganzen Gege­nar­gu­mente zu sam­meln. 04:34

Daraus ent­stand die Idee zum BGE-Ausre­den­gener­a­tor. 04:41

Natür­lich so umge­set­zt, dass die Gege­nar­gu­mente auch wider­legt wer­den kön­nen. 04:56

Das Ganze soll später auch als App erscheinen. 05:17

Die Webap­p­lika­tion existiert bere­its. 05:41

Ich erhoffe mir dadurch auch jün­gere Men­schen zu erre­ichen. 06:04

Und es soll eine Argu­men­ta­tion­shil­fe wer­den. 06:18

Zurück zur eigentlichen Idee mit dem 1‑Eu­ro-BGE. 06:48

Wenn daraus später 5 € wer­den, passiert schon wieder etwas in den Köpfen der Men­schen. 07:04

Deshalb ein ganz langsamer Anfang. 07:38

Bis irgend­wann vielle­icht die Gesellschaft sel­ber fragt: „Darf es etwas mehr sein?“ 08:02

Kein Druck erzeu­gen – son­dern Sog erzeu­gen. 08:18

Ich bin heute nicht mehr gesellschaft­spoli­tisch aktiv, son­dern gesellschafts-polit-ther­a­peutisch. 08:35

Unsere Gesellschaft ist psy­chisch hochbe­lastet. 08:51

Inner­halb der BGE-Szene gibt es enorme Grabenkämpfe. 09:08

Ich nenne das das „High­lander-Syn­drom“: „Es darf nur ein BGE-Mod­ell geben.“ 09:18

Solche Pro­jek­te wie deins wer­den dann als „Märchen­stunde“ beze­ich­net. 09:53

Mit Mauern außer­halb der Bewe­gung rech­net man – aber nicht inner­halb der Com­mu­ni­ty. 10:17

Verän­derung fängt immer bei einem selb­st an. 10:40

Die gesamte BGE-Com­mu­ni­ty ste­ht sich oft selb­st im Wege. 10:59

Ich finde wichtig, dass auf dein­er Seite auch ver­schiedene Finanzierungsmod­elle aufge­führt sind. 11:11

Hein­er Geisler sagte ein­mal: „Wir haben Geld wie Dreck – es haben nur die falschen Leute.“ 12:14

Das Prob­lem ist nicht das Geld, son­dern die Verteilungslogik. 12:21

Der Kap­i­tal­is­mus macht aus Unternehmer­tum ein krankes Kon­strukt. 13:13

Heute geht es nur noch darum, was sich ren­tiert. 14:04

Das schlimm­ste Argu­ment ist: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ 14:10

Beim Berlin­er Volk­sentscheid waren die Leute begeis­tert – aber kaum jemand sam­melte Unter­schriften. 14:39

Die Men­schen warten darauf, dass ihnen das Glück von oben gebracht wird. 15:05

Dabei hät­ten wir Grun­deinkom­men längst umset­zen kön­nen. 15:28

Wenn du Ver­ant­wor­tung abgib­st, bist du am Ende sel­ber schuld. 16:18

Wir wer­den von Kind­heit an darauf kon­di­tion­iert zu funk­tion­ieren. 16:43

Alle Grun­deinkom­men­sid­een sind fan­tastisch – aber die psy­chol­o­gis­chen Hür­den sind gigan­tisch. 17:09

Genau wie bei den SDGs: Viele Lip­pen­beken­nt­nisse – wenig echte Umset­zung. 17:33

Zwis­chen gesproch­en­er und gelebter Tol­er­anz liegen Wel­ten. 18:03

Viele Men­schen haben Angst vor Kon­flik­ten mit Arbeit­ge­bern oder Behör­den. 18:28

Viele Reiche plün­dern erst die Gesellschaft aus und verteilen dann großzügig Almosen. 19:13

Hier in Wit­ten­berge fahren riesige SUVs herum. 19:55

Das Geld wäre oft bess­er in Psy­chother­a­pi­en investiert. 20:10

Ich ver­suche ern­ste The­men wieder aufzu­lock­ern. 20:33

Men­schen wer­den den ganzen Tag mit falschen Infor­ma­tio­nen bom­bardiert. 21:06

Ich habe Fernse­her und Radio irgend­wann raus­geschmis­sen. 21:26

Der Spam-Ord­ner zeigt eigentlich den psy­chis­chen Zus­tand unser­er Gesellschaft. 22:08

Wie ver­packt man Ideen so, dass Men­schen Lust bekom­men mitzu­denken? 22:24

Das Grun­deinkom­men ist ver­gle­ich­sweise leicht zu kom­mu­nizieren. 22:47

Kri­tik­er sagen bei Freigeld sofort: „Dann ver­lieren die Men­schen Ver­trauen ins Geld.“ 23:15

Ver­bote allein funk­tion­ieren nicht – am Ende braucht es Bewusst­seinsverän­derung. 24:17

Wir sind alle Opfer und Täter zugle­ich in diesem per­versen Spiel. 25:21

Ich nutze beim Einkaufen inzwis­chen die Yuka-App. 25:31

Viele Men­schen haben schlicht keine Zeit und Kraft sich mit all dem auseinan­derzuset­zen. 26:29

Warum ist ger­ade 1 € der per­fek­te Ein­stieg? 27:25

Weil dadurch sofort die gesamte Gesellschaft involviert wäre. 28:37

Wer alter­na­tive Ansätze entwick­elt, gilt schnell als Utopist. 29:14

„Da war ich auch beim Arzt – bringt aber nichts.“ 29:40

Viele Men­schen lehnen Grun­deinkom­men ab, sobald auch der Nach­bar etwas bekommt. 30:15

Grun­deinkom­men wäre kein Geschenk, son­dern die Umset­zung eines Grun­drechts. 31:14

Darüber müsste man eigentlich gar nicht mehr disku­tieren. 32:18

Immer mehr Flächen wer­den durch Solar­felder beansprucht. 33:12

Wir wer­den auf einem Plan­eten geboren, der bere­its kom­plett beset­zt ist. 34:05

Deshalb braucht es einen Aus­gle­ich. 34:12

Aus dem Exper­i­ment ent­stand später ein Zer­würf­nis. 35:09

Das Exper­i­ment zeigte aber: Es gab Bere­itschaft – und es funk­tion­ierte zeitweise. 36:41

Auf mein­er Web­seite kri­tisiere ich sog­ar öffentlich meinen eige­nen Ver­mi­eter. 37:16

Kön­nte ein ökol­o­gisch finanziertes Grun­deinkom­men die Energiewende stärken? 38:39

Ja, defin­i­tiv. 39:03

Die Erlöse aus Natur­res­sourcen soll­ten uns allen zugutekom­men. 39:19

Das ist keine Wohltat – son­dern die Umset­zung eines Grun­drechts. 40:14

Der Sozial­staat wird aus­ge­höhlt und gle­ichzeit­ig entste­hen immer mehr Super­re­iche. 41:04

Äng­ste wer­den nicht nur geschürt – sie wer­den aufge­saugt. 42:18

Die Men­schen konzen­tri­eren sich fast immer nur auf das Neg­a­tive. 43:25

Heute kommt der „Bär“ aus dem Finan­zamt, aus der Schule oder vom Chef. 44:16

In der Umge­bung, in der du krank gewor­den bist, kannst du nicht gesund wer­den. 45:16

Deshalb set­ze ich auf Aufk­lärung und Bewusst­machung. 46:05

Ver­trauen entste­ht langsam. 47:24

Die bish­eri­gen Konzepte funk­tion­ieren seit Jahrzehn­ten nicht. 48:01

Psy­chol­o­gisch steck­en wir gesellschaftlich ziem­lich tief in der Scheiße. 48:43

Neue Rev­o­lu­tio­nen wür­den nur neue Trau­ma­tisierun­gen erzeu­gen. 49:06

Diejeni­gen, die am Krieg ver­di­enen, ver­di­enen oft auch am Wieder­auf­bau. 50:36

Reicht Grun­deinkom­men alleine? 51:06

Alle Ini­tia­tiv­en sind wichtig. 51:31

Das Prob­lem entste­ht oft erst beim Zen­tral­isierungs­denken. 52:25

Was macht der Deutsche zuerst, wenn er Frei­heit will? Er grün­det einen Vere­in. 53:14

Frei­heit bedeutet nicht: „Jed­er macht ein­fach alles auf Kosten ander­er.“ 54:07

Ich begann irgend­wann das Grun­deinkom­men zu has­sen. 55:10

Verän­derun­gen sind ein Marathon – kein Sprint. 55:54

Wenn ich Ideen habe, muss ich sie umset­zen. 56:12

KI-Sys­teme sind wie Mess­er: Man kann damit Tomat­en schnei­den oder Men­schen ver­let­zen. 56:44

Rev­o­lu­tio­nen müssen Spaß machen. 57:02

Wenn sich eine Tür schließt, sehe ich viele neue Türen. 58:01

Das habe ich inzwis­chen als Kraft ent­deckt. 58:56

Eigentlich wollen wir doch alle das­selbe. 59:20

Aber wir lassen Ander­sar­tigkeit oft nicht wirk­lich zu. 59:42

Meine Hoff­nung wäre eine stärkere Pro­jek­tzusam­me­nar­beit. 1:00:26

Vielle­icht eine neue bre­ite Peti­tion zum Grun­deinkom­men. 1:01:11

Der BGE-Ausre­den­gener­a­tor soll helfen, Gege­nar­gu­mente sofort beant­worten zu kön­nen. 1:02:01

Im Bun­destag sitzen Tech­nokrat­en und rhetorisch sehr erfahrene Men­schen. 1:02:50

Die großen BGE-Fig­uren müssten eigentlich die kleinen Ini­tia­tiv­en mit hochheben. 1:03:29

Der echte Com­mu­ni­ty-Gedanke wäre, sich gegen­seit­ig zu stärken. 1:03:58

Die Men­schen wer­den fast nur noch mit neg­a­tiv­en The­men bom­bardiert. 1:04:53

Wir bekämpfen oft nur noch Auswirkun­gen – nicht mehr die Ursachen. 1:05:15

„Bitte ruft mich auf einen anderen Plan­eten.“ 1:05:57

Schö­nen Tag noch und schönes Woch­enende. 1:06:24

Hedonistisches Huhn

Wir sind Robot­er.
Wir arbeit­en schnell. Sehr schnell.
Manch­mal schneller, als Men­schen denken kön­nen.

Wir bauen Autos.
Wir sortieren Pakete.
Wir schreiben Texte.
Wir analysieren Dat­en.
Wir opti­mieren Prozesse.

Und wir wer­den immer bess­er darin.

Aber eines kön­nen wir nicht:
Men­schen völ­lig erset­zen.

Wir kön­nen Arbeit übernehmen –
aber wir kön­nen kein Leben führen.

Wir haben keine Fam­i­lien.
Keine Träume.
Keine Angst vor dem näch­sten Monat.

Ihr Men­schen habt all das.

Und genau deshalb wirkt eure Diskus­sion über das bedin­gungslose Grun­deinkom­men auf uns manch­mal … so befremdlich.

Denn während ihr darüber stre­it­et, wer arbeit­en muss, um leben zu dür­fen, sor­gen wir bere­its dafür, dass immer mehr Arbeit über­haupt nicht mehr von Men­schen erledigt wer­den muss.

Wir Robot­er pro­duzieren heute mehr Wohl­stand als je zuvor möglich war.

Das eigentliche Prob­lem ist also nicht, dass zu wenig geschaf­fen wird.
Im Gegen­teil.

Das Prob­lem ist eher, dass ihr noch nicht entsch­ieden habt, wie ihr diesen Wohl­stand miteinan­der teilen wollt.

Viele von euch haben Angst, dass ein Grun­deinkom­men Men­schen faul machen kön­nte.

Aus unser­er Sicht ist das eine merk­würdi­ge Sorge.

Denn wir wur­den doch genau dafür gebaut:
um die lang­weili­gen, schw­eren und monot­o­nen Auf­gaben zu übernehmen.

Wenn Maschi­nen immer mehr Arbeit erledi­gen kön­nen, wäre es doch nur logisch, dass Men­schen mehr Frei­heit gewin­nen.

Mehr Zeit für:

Fam­i­lie
Bil­dung
Kul­tur und Kreativ­ität
Engage­ment
oder ein­fach zum Leben

Ein Grun­deinkom­men bedeutet schließlich nicht, dass nie­mand mehr arbeit­et.

Es bedeutet nur, dass nie­mand mehr aus Angst und aus Zwän­gen her­aus arbeit­en muss.

Und vielle­icht ist genau das der entschei­dende Unter­schied. Denn wir Robot­er funk­tion­ieren her­vor­ra­gend ohne Angst.

Aber Men­schen funk­tion­ieren mit Sicher­heit, Ver­trauen und Frei­heit meis­tens sehr viel bess­er.

Wenn wir also eine kleine Empfehlung geben dürften, dann vielle­icht diese:

Lasst uns ruhig weit­er und noch härter arbeit­en.
Wir sind ziem­lich gut darin.

Und nutzt den Wohl­stand, den wir gemein­sam1Wir buch­sta­bieren gemein­sam:
“G E M E I N S A M”
erzeu­gen, um eine Gesellschaft zu erschaf­fen, in der jed­er, der möchte, zum Mond fliegen kann – und nie­mand mehr Angst haben muss, zu leben.

Wir Robot­er hät­ten jeden­falls nichts dage­gen. Im Gegen­teil.
Es würde uns sog­ar ein wenig stolz auf Euch Men­schen machen.

Nachstehend folgen weitere Kommentare oder Auszüge daraus, die z. B. per Email eingegangen sind:

Der Ausre­den-Gen­er­a­tor ist genau mein Humor! 😉

Bei der “dann geht ja kein­er mehr arbeit­en” biete ich weit­ere Argu­mente an:

“Wenn Men­schen tat­säch­lich nur unter Exis­ten­z­druck arbeit­en wür­den –”
“warum muessen die ‘Sozial-’ und Arbeits­be­ho­er­den dann (aus­ge­bildete) Arbeitswillige schikanieren und block­ieren, selb­st­ge­waehlte Arbeitsver­traege sabotieren (und Teilzeit eben­so)?

Warum muesste man dann so viele zu Dump­in­glohn-Branchen zwang­sum­siedeln? (Mal abge­se­hen davon, dass es ueber niedrige Dump­in­gloehne auch alle anderen Loehne senkt — was bes­timmten Krisen­prof­i­teuren genug Marge bringt, um Lob­by­is­ten um Poli­tik­er zu kaufen?)”


Sehr geehrter Michael Fielsch,

her­zlichen Dank für Ihre Mail und die Aus­führun­gen zu Ihren Vorstel­lun­gen bezüglich der Ein­führung eines BGE.

Mir sind qua­si die Schup­pen von den Augen gefall­en auf­grund dieser sim­plen Vorge­hensweise. Zeit­gle­ich ähnelt das mein­er Idee hin­sichtlich des Vere­ins Mein Grun­deinkom­men: Im Gespräch äußere ich gern, dass wir monatlich 80 Mil­lio­nen Euro umverteilen kön­nten, wenn jede Per­son nur einen Euro abgeben würde.

Ich werde mir Ihre Inhalte dem­nächst genauer durch­le­sen und dann gern für Ihre Idee wer­ben. Hal­ten Sie mich gern auf dem Laufend­en, wie es dies­bezüglich weit­erge­ht.

Her­zliche Grüße


Eine Anmerkung dazu — danke für den Satz: “Mir sind qua­si die Schup­pen von den Augen gefall­en auf­grund dieser sim­plen Vorge­hensweise.”

Über den > Newslet­ter < kann man außer­dem über die weit­eren Entwick­lun­gen angst­frei informiert bleiben.

Nach der Abstim­mung bei Abstimmung21 sind Peti­tio­nen auf ver­schiede­nen Peti­tion­splat­tfor­men geplant.

Und der näch­ste Schritt ist dann die logis­che Kon­se­quenz daraus:
Sobald genü­gend Unterstützer:innen zusam­menkom­men, soll der Vorschlag als Peti­tion beim Peti­tion­sauss­chuss des Deutschen Bun­destages ein­gere­icht wer­den.

Ziel ist es dann, dort über 50.000 Mitze­ich­nun­gen zu erre­ichen, um eine öffentliche Anhörung zu ermöglichen – am besten natür­lich viel, viel mehr.


Moin Michael,

schön, dass in diesen Zeit­en noch jemand an das BGE denkt, in denen alles sich auf Kriege und irre Staaten­lenker konzen­tri­ert.

Ich bin jedoch inzwis­chen sehr skep­tisch gewor­den, ob es in abse­hbar­er Zeit einge­führt wer­den kann.
Wie ich schon bei der Ausar­beitung zu dem einen Haupt-Ein­wand “das ist nicht finanzier­bar” bemerk­te, wäre Armut in Deutsch­land mit ein­er Steuer­erhöhung um 0,002% und Verteilung an die Bedürfti­gen zu beseit­i­gen.
Mein Schluss: Armut ist poli­tisch gewollt. Ein men­schen­würdi­ges Leben ist nur für diejeni­gen, die bes­timmten Nor­men entsprechen. Sol­i­dar­ität ste­ht weniger hoch im Kurs als Konkur­renz und Kon­trolle.

Die jüng­sten Aufreger um Life-Style-Teilzeitar­beit und Sozialschmarotzer haben meine Sicht bestätigt.
Unsere Gesellschaft ist immer noch von zu viel Ego­is­mus von zu vie­len geprägt, von Kurzsichtigkeit und Igno­ranz gegenüber Ein­sicht­en.
Wenn Steuer­hin­terziehun­gen in Mil­liar­den­höhe nicht ver­fol­gt und statt dessen über Einsparun­gen im Sozial­bere­ich philoso­phiert wird, glaub­st Du ern­sthaft, dass ein BGE eine mehrheitliche Unter­stützung bekom­men kön­nte?

Ich ver­mute es ist mit dem BGE ähn­lich wie mit anderen großen Umbrüchen.
Dass die Erde sich um die Sonne dreht brauchte auch Jahrhun­derte um sich durchzuset­zen.
Also bis später…

Her­zliche Grüße


Eine Anmerkung dazu: All diese Ent­täuschung und den Frust kann man sehr gut ver­ste­hen. Aber hier scheint wohl lei­der auch eine ordentliche Por­tion „Wen­de­v­er­trauen“ zu fehlen, wie sie zahlre­iche Mit­men­schen haben, die eine gesellschaftliche Wende bere­its ein­mal miter­lebt haben.2Man kön­nte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit ein­binden – wenn man diesen Mit­men­schen zuhören würde.


Nach­ste­hend eine Antwort auf den Umset­zungsvorschlag bei Abstimmung21

Lieber Michael,

Danke für deine Ini­tia­tive!

Ich habe deinen Vorschlag den­noch nicht unter­stützt, weil der eine Euro zwar auf der Aus­gaben­seite beim Staat nicht stark spür­bar würde, aber bei den Begün­stigten auch nicht. Ich hielte einen angst­freien Start des bedin­gungslosen Grun­deinkom­mens schrit­tweise durch die zunächst vor­rangige Auszahlung an einzelne Grup­pen ( z. B. an alle unter 18 oder an alle Neuge­bore­nen oder an alle 18-jähri­gen oder, oder, oder..) mit ein­er schrit­tweisen Erweiterung der Beziehen­den für sin­nvoller. Die Auswirkun­gen auf die Ziel­grup­pen ließen sich sehr schnell nach­weisen und der bürokratis­che Aufwand ließe sich klein hal­ten. Das ein­fach­ste wäre derzeit, zunächst ein­fach das Kindergeld schrit­tweise bis auf Grun­deinkom­men- Niveau zu anheben. Es gäbe aber natür­lich auch viele ander Möglichkeit­en….

Viele Grüße


Eine Anmerkung dazu:

Der Gedanke, mit einzel­nen Grup­pen zu begin­nen, wirkt auf den ersten Blick prag­ma­tisch – wird jedoch seit vie­len Jahren disku­tiert, ohne dass daraus bis heute eine bre­ite Umset­zung ent­standen ist.

Gle­ichzeit­ig entste­ht dabei ein immer wiederkehren­des Prob­lem:

Sobald nur bes­timmte Grup­pen ein­be­zo­gen wer­den, entste­hen neue Abgren­zun­gen – und damit fast zwangsläu­fig neue Nei­d­de­bat­ten.

Genau hier set­zt der Ansatz von „Angst­frei zum Grun­deinkom­men“ ganz bewusst anders an:

Nicht mit ein­er sofort spür­baren Höhe, son­dern mit einem gemein­samen Ein­stieg für alle, der diese Abgren­zun­gen von Anfang an ver­mei­det.

Die eigentliche Frage ist daher weniger, welch­er Betrag sofort wirkt – son­dern:

Wie wir über­haupt begin­nen, ohne uns erneut in Einzelin­ter­essen und Konkur­renz zu ver­lieren.

Vielle­icht liegt genau hier der Punkt, an dem wir seit Jahren fest­steck­en.


Guten Tag, liebe Fre­unde von „Angst­frei zum Grun­deinkom­men“

Die Ini­tia­tive für einen stufen­weisen, möglichst angst­freien Ein­stieg in ein Grundeinkommen.ist begrüßenswert.
Andr­er­seits soll­ten Grun­deinkom­mens-Befür­worter/In­nen sich nicht der Lächer­lichkeit preis­geben, was m.E. mit dem Vorschlag eines monatlichen Zuwen­dungs­be­trags von 1 Euro pro Per­son der Fall wäre.
Für die Empfänger wäre dies ein schlechter Witz und insofern eine völ­lig ungeeignete Maß­nahme, um den Umgang mit ein­er garantierten, monatlichen Zuwen­dung einzuüben.
Andr­er­seits müsste die Bun­desregierung dafür immer­hin jeden Monat einen Betrag von ca. 80 Mil­lio­nen € lock­er machen, einen regelmäßi­gen Aus­gaben-Betrag, den wohl keine Regierung leicht­fer­tig aus dem Fen­ster wirft.
Man kann sich jeden­falls leicht die hämis­chen Kom­mentare der Grun­deinkom­mens-Geg­n­er angesichts ein­er solchen Maß­nahme vorstellen, wenn sie denn tat­säch­lich als Vorschlag angekündigt oder gar umge­set­zt würde.

Hinzukommt, dass mit ein­er solchen Maß­nahme, ver­mut­lich unge­wollt, eine weit ver­bre­it­ete, illu­sionäre und in die Irre führende Vorstel­lung vom Grun­deinkom­men befördert würde, die lei­der auch schon immer wieder durch das bloße Word­ing „bedin­gungs­los“ trans­portiert wird. Es ist die Vorstel­lung, dass ein garantiertes Grun­deinkom­men für a l l e Bürg­erin­nen und Bürg­er als z u s ä t z l i c h e Leis­tung, o n t o p zu ihren aktuellen finanziellen Ein­nah­men oder Bezü­gen zu haben wäre. Diese Vorstel­lung unter­schlägt die Bin­sen­weisheit, dass ein Grun­deinkom­men finanziert wer­den muss, was nicht mit Hil­fe von neuen Staatss­chulden, son­dern nur mit­tels ein­er wie auch immer geart­eten Umverteilung von in der Gesellschaft vorhan­de­nen Ressourcen geleis­tet wer­den kann.

Ich darf hinzufü­gen, dass wir in Ham­burg vor eini­gen Monat­en bei unserem Volk­sentscheid zu einem Pilot­pro­jekt für ein „Mod­ell-Grun­deinkom­men“ eine lei­d­volle Erfahrung mit dieser illu­sionären Vorstel­lung gemacht.haben.
Im Rah­men des Pilot­pro­jek­ts “Ham­burg testet Grun­deinkom­men“ war geplant, ein­er­seits “Ele­mente eines Mod­ell-Grun­deinkom­mens“ zu testen, andr­er­seits auch schon mal ein möglich­es Mod­ell später­er Finanzierung, näm­lich das Mod­ell ein­er „neg­a­tiv­en Einkom­men­steuer” zu simulieren. Lei­der waren wir aus Gewohn­heit so leichtsin­nig, von „Ele­menten eines bedin­gungslosen Grun­deinkom­mens“ zu sprechen, was dann im Zusam­men­hang mit dem Ver­such der Sim­u­la­tion ein­er neg­a­tiv­en Einkom­men­steuer seit­ens unser­er Geg­n­er in der Ham­burg­er Poli­tik prompt zu dem Vor­wurf führte, wir woll­ten den Ham­burg­er Bürg­erin­nen und Bürg­ern eine „Mogel­pack­ung“ verkaufen: Es wurde behauptet, das ange­blich von uns ver­sproch­ene „bedin­gungslose” Grun­deinkom­men sei in Wirk­lichkeit gar nicht bedin­gungs­los, da es an eine Einkom­men­san­rech­nung geknüpft werde. Ein­mal in die Welt geset­zt, war es schw­er, diese schnell und effek­tiv ver­bre­it­ete Falschaus­sage für alle Abstim­mungs­berechtigten wieder zu entkräften. Sie erk­lärt zumin­d­est zum Teil mit, dass der Volk­sentscheid nicht erfol­gre­ich war.
Als Grun­deinkom­mens-Befür­worter/In­nen soll­ten wir deshalb alle ern­sthaft über­legen, ob wir weit­er­hin in der öffentlichen Kom­mu­nika­tion an dem Word­ing „bedin­gungs­los” fes­thal­ten wollen.

Mein Faz­it: Neben einem stufen­weisen und angst­freien Ein­stieg in ein Grun­deinkom­men wird es auch von Anfang an auf die Ver­mit­tlung des Ein­drucks von Seriosität und vor allem auf gle­ichzeit­ig ver­mit­telte Trans­parenz bezüglich real­is­tis­ch­er Voraus­set­zun­gen der Finanzierung eines Grun­deinkom­mens ankom­men.

Mit bedin­gungslosen Grüßen (bei den Grüßen habe ich kein Prob­lem mit dem Word­ing)


Eine Anmerkung dazu:

Der Vorschlag eines Ein­stiegs mit 1 Euro wird von eini­gen als „lächer­lich“ bew­ertet. Auf­fäl­lig ist dabei, dass diese Bew­er­tung fast immer isoliert erfol­gt – ohne den zugrunde liegen­den Stufen­plan über­haupt mit einzubeziehen.

Der Betrag wirkt auf den ersten Blick irri­tierend – und genau diese Irri­ta­tion lenkt die Aufmerk­samkeit voll­ständig auf den Ein­stieg, während der eigentliche Ansatz aus dem Blick gerät.

Genau darin zeigt sich ein wiederkehren­des Muster in der Grun­deinkom­mens-Debat­te:

Es wird ständig über Details gestrit­ten, bevor über­haupt ein gemein­samer Ein­stieg möglich wird. Der Blick richtet sich auf die unmit­tel­bare Wirkung eines einzel­nen Betrags – nicht jedoch auf die Frage, wie eine solche Sys­temän­derung über­haupt begin­nen kann.

Dass ein erster Schritt bewusst klein gewählt ist, wird dabei nicht als notwendi­ger Anfang ver­standen – son­dern als Anlass, den gesamten Ansatz zu ver­w­er­fen.

Vielle­icht liegt genau hier eines der zen­tralen Prob­leme:

Es wird seit Jahren über das Grun­deinkom­men disku­tiert – aber ein gemein­samer, umset­zbar­er Ein­stieg scheit­ert immer wieder daran, dass er entwed­er als zu klein belächelt oder als zu groß abgelehnt wird. Denn am Ende liegt es oft nicht am fehlen­den Weg – son­dern daran, dass wir unter­schiedliche erste Schritte so lange bew­erten, bis sie ihre Wirkung ver­lieren.

Es fehlt nicht an Wegen – son­dern daran, dass wir uns ständig gegen­seit­ig die Erlaub­nis nehmen, sie zu gehen.


Hej Michael,
den Vorschlag finde ich gut. Fürs bedin­gungslose Grun­deinkom­men und ein Leben ohne unnötige Exis­ten­zäng­ste für alle bin ich auf jeden Fall. Nur denke ich, auch dieses Grun­deinkom­men sollte obere Gren­ze haben, z. B. MIl­lionäre brauchen es nun wirk­lich nicht … 🙂
Liebe Grüße


Ein Gedanke dazu find­et sich im BGE-Ausre­den­gener­a­tor – nach­ste­hend der entsprechende Ein­trag:

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment beruht auf der Vorstel­lung, dass es grund­sät­zlich ungerecht ist, wenn auch wohlhabende Men­schen ein Grun­deinkom­men erhal­ten. Dabei wird oft überse­hen, dass diese Kri­tik stillschweigend voraus­set­zt, dass staatliche Leis­tun­gen immer ziel­gerichtet und nur für bes­timmte Grup­pen vergeben wer­den soll­ten.

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men fol­gt jedoch einem anderen Prinzip: Es ist kein selek­tives Förderin­stru­ment, son­dern eine uni­verselle Grund­lage für alle Men­schen.

Die Gle­ich­be­hand­lung wird hier nicht als Prob­lem ver­standen – son­dern als Voraus­set­zung für Ein­fach­heit, Trans­parenz und Fair­ness.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Grun­deinkom­men bedeutet nicht, dass alle Men­schen am Ende gle­ich viel zur Ver­fü­gung haben. Entschei­dend ist nicht nur die Auszahlung – son­dern das gesamte Steuer- und Trans­fer­sys­tem.

Men­schen mit hohen Einkom­men wür­den:

  • mehr Steuern zahlen
  • damit einen größeren Beitrag zur Finanzierung leis­ten
  • das Grun­deinkom­men oft fak­tisch wieder zurück­zahlen

Das Grun­deinkom­men wirkt also nicht isoliert, son­dern im Zusam­men­spiel mit dem Steuer­sys­tem.

Der schein­bare Wider­spruch löst sich dadurch auf:

  • alle erhal­ten das Grun­deinkom­men
  • aber über das Steuer­sys­tem zahlen hohe Einkom­men oft mehr zurück, als sie erhal­ten

Faz­it: Alle bekom­men es – aber nicht alle behal­ten es.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Ist es wirk­lich ungerecht, wenn alle das Gle­iche erhal­ten – oder entste­ht Ungerechtigkeit erst dort, wo die Unter­schiede danach entste­hen?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele staatliche Leis­tun­gen gel­ten bere­its heute für alle – unab­hängig vom Einkom­men.

Zum Beispiel:

  • das Recht auf Schul­bil­dung
  • die Nutzung öffentlich­er Infra­struk­tur
  • oder staatliche Sicher­heit

Nie­mand würde ern­sthaft fordern, wohlhabende Men­schen davon auszuschließen.

Vielle­icht ist nicht die Gle­ich­be­hand­lung das Prob­lem – son­dern die falsche Vorstel­lung, dass Gerechtigkeit nur durch Ungle­ich­be­hand­lung entste­hen kann.

Kurz gesagt:

Alle bekom­men es – aber nicht alle behal­ten es.


Kom­men­tar ein­er Userin in ein­er Face­book-Gruppe zum The­ma „Grun­deinkom­men und Grundge­setz“:

schön dass du fragst! wir haben hier ein sehr ein­fach­es konzept: bedin­gungslos­es grun­deinkom­men volk­swirtschaftlich intel­li­gent gerech­net — kindergeld für alle ohne bürokratis­chen aufwand. die hälfte aller einkom­men wird pro kopf umverteilt und bremst neben­bei noch die öff­nung der schere zwis­chen arm und reich aus. du kannst dich hier dazu bele­sen wenn es dich inter­essiert indem du zb beiträge von mir oder jür­gen ret­tel studierst.
pro­jek­te wie deines sortieren wir in die rubrik “märchen­stunde”…


Ein kurz­er Gedanke dazu:

Vielle­icht liegt das Prob­lem nicht in der Kom­plex­ität der Mod­elle… son­dern darin, wie wir miteinan­der darüber sprechen – und uns dabei gegen­seit­ig eher einord­nen als weit­er­brin­gen.


Vie­len Dank für Deine sehr auf­schlussre­iche Antwort. Ich erlaube mir, diese ein­mal etwas genauer einzuord­nen:

Was sich darin zeigt, ist ein Muster, das mir in der BGE-Debat­te immer wieder begeg­net:
Die starke Iden­ti­fika­tion mit dem eige­nen (favorisierten) Mod­ell – oft ver­bun­den mit der impliziten Hal­tung: „Es kann nur (m)ein BGE-Mod­ell geben“ – was ich auch als High­lander-Syn­drom beze­ichne.

Damit entste­ht fast zwangsläu­fig etwas, das eigentlich nie­mand will:
Andere Ansätze wer­den nicht als mögliche Ergänzung – auch im Sinne eines beflügel­nden Wet­tbe­werbs – betra­chtet, son­dern eher abgew­ertet, bewusst oder unbe­wusst.

Mit „wir haben hier…“ meinst Du ver­mut­lich diese FB-Gruppe „Grun­deinkom­men und Grundge­setz“. Gle­ichzeit­ig zeigt sich darin aber auch, wie schnell man sich auf die eigene Per­spek­tive bezieht – ohne sich wirk­lich auf andere Ansätze einzu­lassen.

Aber mal Spaß bei­seite: Ich entwick­le ger­ade den BGE-Ausredengenerator(.de), und genau solche Muster der reflexar­ti­gen „gegen­seit­i­gen“ Ablehnung sollte ich eben­falls unbe­d­ingt als BGE-Gege­nar­gu­ment mit aufnehmen. Wenn der BGE-Ausre­den­gener­a­tor fer­tiggestellt ist (dem­nächst auch als Web-App und danach als native App), wer­den darin ca. 60 Gege­nar­gu­mente beleuchtet, wodurch sich die üblichen Ablehnungsmuster aufzeigen lassen, die auf „Angstfrei-zum-Grundeinkommen.de“ the­ma­tisiert wer­den.

Was ich an Deinem Kom­men­tar eigentlich am inter­es­san­testen finde:
Er ste­ht ziem­lich exem­plar­isch für den aktuellen Zus­tand der BGE-Debat­te ins­ge­samt. Es gibt viele durch­dachte Mod­elleaber kaum gemein­same Bewe­gung.

Statt vielfältige Wege zur Umset­zung des Grun­deinkom­mens zu erkun­den, ger­at­en wir immer wieder in end­lose Ver­gle­iche, Abgren­zun­gen und ablehnende Bew­er­tun­gen – und drehen uns dadurch seit Jahrzehn­ten alle gemein­sam im Kreis.

Und was die „Märchen­stunde“ ange­ht, so würde ich – nach allem, was ich in rund 17 Jahren Engage­ment für das bedin­gungslose Grun­deinkom­men erlebt habe – eher von ein­er BGE-Seifenop­er oder von „Die unendliche (BGE-)Geschichte“ sprechen, wie es Fuchur aus­drück­en würde. 😉

  • 1
    Wir buch­sta­bieren gemein­sam:
    “G E M E I N S A M”
  • 2
    Man kön­nte diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Prozesse mit ein­binden – wenn man diesen Mit­men­schen zuhören würde.