Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

26 Dann bricht doch alles zusammen!

Dann bricht doch alles zusammen!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment bleibt meist sehr unkonkret. Es wird nicht genau benan­nt, was eigentlich „zusam­men­brechen“ soll – die Wirtschaft, der Arbeits­markt, das Sozial­sys­tem oder die Gesellschaft ins­ge­samt.

Statt ein­er klaren Begrün­dung wird ein dif­fus­es Bedro­hungsszenario aufge­baut, das vor allem auf einem Gefühl basiert: der Angst, dass eine grundle­gende Verän­derung unkon­trol­lier­bare Fol­gen haben kön­nte.

Solche Vorstel­lun­gen entste­hen häu­fig dann, wenn ver­traute Struk­turen infrage gestellt wer­den – selb­st dann, wenn unklar ist, ob diese Befürch­tun­gen tat­säch­lich ein­treten wür­den.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Gesellschaften verän­dern sich ständig – und haben sich auch in der Ver­gan­gen­heit immer wieder grundle­gend gewan­delt. Viele Entwick­lun­gen, die heute selb­stver­ständlich erscheinen, wur­den anfangs eben­falls als riskant oder gefährlich wahrgenom­men.

Zum Beispiel:

  • der Auf­bau des Sozial­staates
  • die Ein­führung von Renten- und Kranken­ver­sicherung
  • der Acht­stun­den­tag
  • oder der Min­dest­lohn

Trotz anfänglich­er Skep­sis sind diese Verän­derun­gen nicht zum Zusam­men­bruch geführt – son­dern haben das gesellschaftliche Leben in vie­len Bere­ichen sta­bil­isiert.

Ein Grun­deinkom­men würde nicht „plöt­zlich alles erset­zen“, son­dern – wie viele andere Refor­men auch – schrit­tweise einge­führt und weit­er­en­twick­elt wer­den.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn jede größere Verän­derung automa­tisch zum Zusam­men­bruch führen würde – wie kon­nte sich unsere Gesellschaft dann über­haupt weit­er­en­twick­eln?

Übri­gens – schon gewusst?:

Die Vorstel­lung eines dro­hen­den Zusam­men­bruchs sagt oft weniger über die tat­säch­liche Sit­u­a­tion aus – als über die Angst vor Verän­derung selb­st.

Vielle­icht ist nicht das Grun­deinkom­men das Risiko – son­dern die Annahme, dass Sta­bil­ität nur dann existiert, wenn sich nichts verän­dert.