Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

25 Der Staat wird dann doch viel zu mächtig!

Der Staat wird dann doch viel zu mächtig!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass ein Grun­deinkom­men automa­tisch zu mehr staatlich­er Kon­trolle und Ein­fluss führen würde.

Dabei wird jedoch oft überse­hen, dass staatliche Macht nicht allein davon abhängt, wie viel Geld verteilt wird – son­dern vor allem davon, wie stark in das Leben der Men­schen einge­grif­f­en wird.

Im beste­hen­den Sys­tem sind viele soziale Leis­tun­gen an Bedin­gun­gen geknüpft. Men­schen müssen ihre Leben­sum­stände offen­le­gen, Anträge stellen, Nach­weise erbrin­gen und mit Sank­tio­nen rech­nen, wenn Vor­gaben nicht erfüllt wer­den.

Staatliche Macht zeigt sich hier also nicht nur in der Unter­stützung – son­dern vor allem in der Kon­trolle.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men würde genau diese Kon­trollmech­a­nis­men in weit­en Teilen über­flüs­sig machen.

Statt:

  • Bedürftigkeit­sprü­fun­gen
  • umfan­gre­ich­er Bürokratie
  • und möglichen Sank­tio­nen

gäbe es:

  • eine garantierte Exis­ten­z­grund­lage
  • ohne Prü­fung der Lebensver­hält­nisse
  • ohne Ein­griffe in per­sön­liche Entschei­dun­gen

Der Staat würde damit nicht mehr über einzelne Lebenssi­t­u­a­tio­nen urteilen müssen – son­dern sich auf die Bere­it­stel­lung ein­er all­ge­meinen Grund­lage beschränken.

Ein Grun­deinkom­men bedeutet daher nicht automa­tisch mehr staatliche Macht – son­dern kann sie in bes­timmten Bere­ichen sog­ar deut­lich reduzieren.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Was macht den Staat eigentlich mächtiger – ein Sys­tem, das Men­schen kon­trol­liert, oder eines, das ihnen ver­traut?

Übri­gens – schon gewusst?:

Viele der heuti­gen staatlichen Ein­griffe entste­hen nicht durch zu viel Ver­trauen – son­dern durch Mis­strauen.

Je genauer ein Sys­tem prüfen will, wer „wirk­lich Anspruch hat“, desto tiefer muss es in das Leben der Men­schen ein­greifen.

Vielle­icht entste­ht staatliche Macht nicht dort, wo Men­schen unter­stützt wer­den – son­dern dort, wo sie sich ständig recht­fer­ti­gen müssen.