Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

39 Sollte man nicht erstmal kleinere Schritte machen?

Sollte man nicht erstmal kleinere Schritte machen?

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment wirkt auf den ersten Blick mod­er­at und über­legt – tat­säch­lich kann es jedoch dazu führen, notwendi­ge Verän­derun­gen immer weit­er hin­auszuzögern.

Es unter­stellt, dass große gesellschaftliche Verän­derun­gen grund­sät­zlich nur in kleinen Schrit­ten erfol­gen dür­fen – unab­hängig davon, ob das beste­hende Sys­tem bere­its erhe­bliche Prob­leme verur­sacht.

Zudem bleibt oft unklar, was genau mit „kleineren Schrit­ten“ gemeint ist – und ob diese tat­säch­lich in Rich­tung ein­er Lösung führen oder lediglich den Sta­tus quo sta­bil­isieren.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Viele bedeu­tende Verän­derun­gen wur­den zwar lange vor­bere­it­et – aber nicht end­los hin­aus­gezögert:

  • grundle­gende Refor­men wur­den oft erst dann umge­set­zt, wenn der Druck groß genug war
  • kleine Schritte kön­nen sin­nvoll sein – wenn sie tat­säch­lich in eine klare Rich­tung führen
  • ohne konkretes Ziel wer­den „kleine Schritte“ schnell zu einem dauer­haften Still­stand

Ein Grun­deinkom­men kön­nte auch schrit­tweise einge­führt wer­den – entschei­dend ist jedoch, dass es über­haupt als ern­sthafte Option ver­fol­gt wird.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Sind „kleinere Schritte“ ein sin­nvoller Weg zur Verän­derung – oder oft nur ein ander­er Aus­druck dafür, nichts Grund­sät­zlich­es verän­dern zu müssen?

Übri­gens – schon gewusst?:

Der Wun­sch nach „kleinen Schrit­ten“ entste­ht häu­fig dann, wenn große Verän­derun­gen als unsich­er oder bedrohlich emp­fun­den wer­den.

Gle­ichzeit­ig kön­nen zu viele kleine Schritte dazu führen, dass Prob­leme über lange Zeit beste­hen bleiben – obwohl ihre Ursachen längst bekan­nt sind.

Oder anders gesagt:

Man kann sich auch in kleinen Schrit­ten sehr lange im Kreis bewe­gen.