Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

20 Das zerstört doch den sozialen Zusammenhalt!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass gesellschaftlich­er Zusam­men­halt vor allem durch Erwerb­sar­beit und gegen­seit­ige Abhängigkeit­en im beste­hen­den Sys­tem entste­ht.

Es unter­stellt damit:

Men­schen bleiben nur deshalb miteinan­der ver­bun­den, weil sie wirtschaftlich aufeinan­der angewiesen sind.

Dabei wird jedoch überse­hen, dass Zusam­men­halt auch ganz anders entste­hen kann:

  • durch Ver­trauen
  • durch frei­williges Engage­ment
  • durch gemein­same Werte
  • durch echte soziale Beziehun­gen

Wenn Zusam­men­halt nur durch wirtschaftlichen Druck entste­ht, stellt sich eine unbe­queme Frage:

Ist das dann über­haupt echter Zusam­men­halt – oder eher eine Zweck­ge­mein­schaft?

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Blick in den All­t­ag zeigt: Der stärk­ste soziale Zusam­men­halt entste­ht dort, wo Men­schen frei­willig füreinan­der da sind.

Zum Beispiel:

  • in Fam­i­lien
  • im Fre­un­deskreis
  • im Ehre­namt
  • in Vere­inen und Ini­tia­tiv­en
  • in Nach­barschaften

Diese For­men des Zusam­men­halts basieren nicht auf Zwang – son­dern auf Ver­trauen, Ver­bun­den­heit und gegen­seit­iger Unter­stützung.

Ein Grun­deinkom­men kön­nte genau diese Bere­iche stärken:

  • mehr Zeit für Beziehun­gen
  • mehr Raum für Engage­ment
  • weniger Exis­ten­zstress als Dauer­be­las­tung

Zusam­men­halt würde dadurch nicht ver­schwinden – son­dern sich möglicher­weise vom Zwangssys­tem hin zu echter Gemein­schaft ver­lagern.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn sozialer Zusam­men­halt nur dann funk­tion­iert, wenn Men­schen unter wirtschaftlichem Druck ste­hen – wie sta­bil ist ein solch­er Zusam­men­halt eigentlich wirk­lich?

Übri­gens – schon gewusst?

Gesellschaften mit hoher sozialer Sicher­heit zeigen oft:

  • mehr Ver­trauen zwis­chen Men­schen
  • stärkere soziale Net­zw­erke
  • höhere Zufrieden­heit

Unsicher­heit und Exis­ten­zangst hinge­gen führen häu­fig zu:

  • Rück­zug
  • Mis­strauen
  • Konkur­ren­z­denken

Zusam­men­halt entste­ht also nicht durch Druck – son­dern durch Sicher­heit und Ver­trauen.