Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

04 Dann steigen doch sofort alle Preise!

Dann steigen doch sofort alle Preise!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass Unternehmen ihre Preise automa­tisch erhöhen wür­den, sobald Men­schen ein Grun­deinkom­men erhal­ten. Dabei wird jedoch oft überse­hen, dass Preise in ein­er Mark­twirtschaft nicht ein­fach frei fest­gelegt wer­den kön­nen.

Unternehmen kön­nen Preise nur so weit erhöhen, wie es die Konkur­renz und die Zahlungs­bere­itschaft der Kundin­nen und Kun­den zulassen. Wer seine Preise ohne nachvol­lziehbaren Grund stark anhebt, riskiert, dass Men­schen ein­fach bei anderen Anbi­etern kaufen.

Preise entste­hen also nicht automa­tisch aus der Höhe der Einkom­men, son­dern vor allem aus Wet­tbe­werb, Ange­bot und Nach­frage.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Wenn steigende Einkom­men automa­tisch zu steigen­den Preisen führen wür­den, müsste es diesen Effekt bere­its heute ständig geben. Doch genau das passiert nicht.

Immer wieder steigen Einkom­men oder staatliche Leis­tun­gen – zum Beispiel durch:

  • Tar­if­steigerun­gen
  • Renten­er­höhun­gen
  • Min­dest­lohn­er­höhun­gen
  • Steuer­ent­las­tun­gen

Trotz­dem steigen die Preise nicht automa­tisch im gle­ichen Maße. In vie­len Bere­ichen bleiben sie sta­bil oder sinken sog­ar durch tech­nis­chen Fortschritt und Wet­tbe­werb.

Ein Grun­deinkom­men würde daher nicht automa­tisch eine all­ge­meine Prei­s­ex­plo­sion aus­lösen. Entschei­dend bleibt weit­er­hin, wie Märk­te funk­tion­ieren und wie stark Wet­tbe­werb vorhan­den ist.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn Preise tat­säch­lich immer automa­tisch steigen wür­den, sobald Men­schen mehr Geld zur Ver­fü­gung haben – wie kon­nte dann unser heutiger Wohl­stand über­haupt entste­hen?

Übri­gens – schon gewusst?

In vie­len Bere­ichen unser­er Wirtschaft sind Pro­duk­te im Laufe der Zeit sog­ar deut­lich bil­liger gewor­den – obwohl die Einkom­men stark gestiegen sind.

Ein Beispiel ist Unter­hal­tungse­lek­tron­ik:

Fernse­her, Com­put­er oder Smart­phones sind heute leis­tungs­fähiger und gle­ichzeit­ig oft gün­stiger als früher. Tech­nis­ch­er Fortschritt und Wet­tbe­werb wirken also häu­fig preis­dämpfend – selb­st in ein­er Gesellschaft mit steigen­den Einkom­men.