Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

03 Dann macht doch keiner mehr die Drecksarbeit!

Dann macht doch keiner mehr die Drecksarbeit!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment set­zt voraus, dass bes­timmte Arbeit­en nur erledigt wer­den, weil Men­schen aus wirtschaftlich­er und damit exis­ten­zieller Not dazu gezwun­gen sind. Es akzep­tiert damit stillschweigend ein Sys­tem, in dem einige Tätigkeit­en so schlecht bezahlt oder so wenig anerkan­nt sind, dass sie ohne Druck kaum jemand frei­willig übernehmen würde.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Wenn eine Arbeit gesellschaftlich notwendig ist, gibt es grund­sät­zlich drei Möglichkeit­en:

  • Die Arbeit wird bess­er bezahlt.
  • Die Arbeits­be­din­gun­gen wer­den verbessert.
  • Die Arbeit wird stärk­er automa­tisiert oder tech­nisch erle­ichtert.

Genau diese Entwick­lun­gen lassen sich bere­its heute beobacht­en. Viele Tätigkeit­en, die früher als „Dreck­sar­beit“ gal­ten, wer­den heute von Maschi­nen über­nom­men oder sind deut­lich bess­er organ­isiert.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn eine Arbeit so unan­genehm oder schlecht bezahlt ist, dass sie nur unter Exis­ten­z­druck erledigt wird – liegt das Prob­lem dann beim Grun­deinkom­men? Oder eher bei den Arbeits­be­din­gun­gen dieser Tätigkeit­en?

Übri­gens – schon gewusst?

Wenn Men­schen sich zwis­chen har­ter Arbeit und Demü­ti­gung entschei­den müssen, stimmt oft etwas mit den Arbeits­be­din­gun­gen nicht. Ein iro­nis­ch­er Spruch bringt diesen Wider­spruch auf den Punkt:

„Wenn ich gedemütigt wer­den möchte, gehe ich frei­willig zur Dom­i­na – und nicht für einen Hunger­lohn zur Arbeit.“

Der Gedanke dahin­ter ist ernst: Arbeit darf anstren­gend sein – aber sie muss fair bezahlt und mit Respekt behan­delt wer­den. Sie darf niemals Men­schen in die Erwerb­seinkom­men­spros­ti­tu­tion treiben.