Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

01 Dann geht doch keiner mehr arbeiten!

Dann geht doch keiner mehr arbeiten!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment set­zt voraus, dass Men­schen nur dann arbeit­en, wenn sie wirtschaftlich oder exis­ten­ziell dazu gezwun­gen wer­den. Es unter­stellt also ein Men­schen­bild, in dem Tätigkeit vor allem aus Exis­ten­zangst entste­ht.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Erfahrun­gen aus ver­schiede­nen Grun­deinkom­mens- und Trans­fer­ex­per­i­menten zeigen ein anderes Bild:

  • Die Erwerb­sar­beit sinkt nur ger­ingfügig.
  • Was zunimmt, sind Weit­er­bil­dung, Selb­st­ständigkeit und Care-Arbeit.
  • Auch die psy­chis­che Sta­bil­ität verbessert sich mess­bar.

Hinzu kommt ein oft überse­hen­er Punkt:

  • Mil­lio­nen Men­schen leis­ten regelmäßig unbezahlte Über­stun­den.
  • Noch mehr engagieren sich frei­willig – in Vere­inen, bei der Feuer­wehr, in sozialen Pro­jek­ten oder in der Nach­barschaft­shil­fe. Dieses Engage­ment entste­ht nicht aus Exis­ten­z­druck, son­dern aus Ver­ant­wor­tung, Sinn und Gemein­schaft. Wenn Men­schen nur unter Zwang arbeit­en wür­den, gäbe es kein Ehre­namt.

Men­schen hören also nicht auf, tätig zu sein. Sie entschei­den nur freier was, wie und für wen sie arbeit­en.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn Men­schen tat­säch­lich nur unter Exis­ten­z­druck arbeit­en wür­den – wäre das ein Sys­tem, das wir wirk­lich vertei­di­gen wollen?

Und übri­gens — schon gewusst?:

In Deutsch­land engagieren sich Mil­lio­nen Men­schen regelmäßig ehre­namtlich – zum Beispiel in Vere­inen, bei der Feuer­wehr, in sozialen Pro­jek­ten oder in der Nach­barschaft­shil­fe.

Diese Arbeit entste­ht nicht aus Exis­ten­z­druck, son­dern aus Ver­ant­wor­tung, Gemein­schaftssinn und dem Wun­sch, etwas Sin­nvolles zu tun.

Wenn Men­schen tat­säch­lich nur unter Zwang arbeit­en wür­den, gäbe es dieses Engage­ment über­haupt nicht.