Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

09 Dann kündigen doch alle ihren Job!

Dann kündigen doch alle ihren Job!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass Men­schen ihre Arbeit auss­chließlich deshalb behal­ten, weil sie wirtschaftlich dazu gezwun­gen sind.

Es unter­stellt damit, dass ein Arbeit­splatz für die meis­ten Men­schen vor allem eine notwendi­ge Belas­tung ist, die sie sofort aufgeben wür­den, sobald ihre Exis­tenz gesichert ist.

Dabei wird überse­hen, dass Arbeit für viele Men­schen weit mehr bedeutet als nur Einkom­men – zum Beispiel soziale Kon­tak­te, Sinn, Struk­tur im All­t­ag, per­sön­liche Entwick­lung oder die Möglichkeit, etwas zu gestal­ten.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Erfahrun­gen aus ver­schiede­nen Grun­deinkom­mens- und Trans­fer­ex­per­i­menten zeigen ein anderes Bild. Die meis­ten Men­schen behal­ten ihre Arbeit weit­er­hin – auch wenn ihre Exis­tenz gesichert ist.

Was sich jedoch verän­dert, ist etwas anderes:

  • Men­schen wech­seln eher in passendere oder sin­nvollere Tätigkeit­en
  • sie reduzieren Arbeit­szeit, um mehr Zeit für Fam­i­lie oder Weit­er­bil­dung zu haben
  • oder sie wagen den Schritt in Selb­st­ständigkeit oder neue Pro­jek­te

Ein Grun­deinkom­men führt also nicht dazu, dass alle ihre Arbeit kündi­gen – son­dern eher dazu, dass Men­schen bewusster entschei­den, welche Arbeit sie machen möcht­en.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn Men­schen ihre Arbeit ange­blich sofort kündi­gen wür­den, sobald sie eine sichere Exis­tenz hät­ten – was sagt das eigentlich über die Qual­ität viel­er Arbeit­splätze aus?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele Men­schen kündi­gen ihren Job bere­its heute – ganz ohne Grun­deinkom­men.

Zum Beispiel,

  • weil Arbeits­be­din­gun­gen schlecht sind
  • weil sie sich beru­flich neu ori­en­tieren möcht­en
  • oder weil sie mehr Zeit für Fam­i­lie oder Gesund­heit brauchen.

Trotz­dem bricht unsere Wirtschaft nicht zusam­men.

Men­schen hören also nicht auf zu arbeit­en – sie wech­seln lediglich ihre Arbeit.