Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

21 Dann leben doch alle nur noch vom Staat!

Dann leben doch alle vom Staat!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment set­zt voraus, dass Men­schen ihre Eigen­ver­ant­wor­tung aufgeben wür­den, sobald ihre Exis­tenz gesichert ist. Es unter­stellt damit ein Men­schen­bild, in dem Men­schen möglichst wenig beitra­gen und sich stattdessen dauer­haft auf staatliche Leis­tun­gen ver­lassen wollen.

Gle­ichzeit­ig wird dabei oft überse­hen, dass auch das heutige Sys­tem bere­its in vie­len Bere­ichen auf staatlich­er Unter­stützung basiert – etwa durch:

  • Infra­struk­tur
  • Bil­dungssys­tem
  • Gesund­heitsver­sorgung
  • soziale Sicherungssys­teme

In gewiss­er Weise leben wir also bere­its heute alle in einem Sys­tem, das auf gemein­schaftlich­er Organ­i­sa­tion und gegen­seit­iger Absicherung beruht.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Grun­deinkom­men würde nicht dazu führen, dass Men­schen „vom Staat leben“ – son­dern dass sie eine gesicherte Grund­lage haben, auf der sie ihr Leben selb­st gestal­ten kön­nen.

Der entschei­dende Unter­schied:

heute: Abhängigkeit + Kon­trolle

mit BGE: Sicher­heit + Entschei­dungs­frei­heit

Men­schen wür­den weit­er­hin:

  • arbeit­en
  • sich engagieren
  • Ver­ant­wor­tung übernehmen

Aber sie wären weniger gezwun­gen, jede Tätigkeit aus rein­er Exis­ten­zangst anzunehmen.

Ein Grun­deinkom­men verän­dert also nicht, ob Men­schen etwas beitra­gen – son­dern unter welchen Bedin­gun­gen.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn Men­schen nur dann aktiv bleiben, wenn sie unter Druck ste­hen – ist das dann ein Zeichen von Ver­ant­wor­tung oder ein Zeichen von Abhängigkeit?

Übri­gens – schon gewusst?

Auch heute wird ein großer Teil unseres Lebens indi­rekt durch gemein­schaftliche Mit­tel finanziert:

  • Straßen
  • Schulen
  • Polizei
  • Feuer­wehr
  • öffentliche Infra­struk­tur

Nie­mand würde deshalb sagen, dass wir alle „vom Staat leben“.

Vielle­icht ist nicht das Grun­deinkom­men das Prob­lem – son­dern die falsche Vorstel­lung, dass Sicher­heit automa­tisch zu Pas­siv­ität führt.