Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

22 Dann bekommen die Reichen ja noch mehr Geld!

Dann bekommen die Reichen ja noch mehr Geld!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment beruht auf der Vorstel­lung, dass es grund­sät­zlich ungerecht ist, wenn auch wohlhabende Men­schen ein Grun­deinkom­men erhal­ten. Dabei wird oft überse­hen, dass diese Kri­tik stillschweigend voraus­set­zt, dass staatliche Leis­tun­gen immer ziel­gerichtet und nur für bes­timmte Grup­pen vergeben wer­den soll­ten.

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men fol­gt jedoch einem anderen Prinzip: Es ist kein selek­tives Förderin­stru­ment, son­dern eine uni­verselle Grund­lage für alle Men­schen.

Die Gle­ich­be­hand­lung wird hier nicht als Prob­lem ver­standen – son­dern als Voraus­set­zung für Ein­fach­heit, Trans­parenz und Fair­ness.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Grun­deinkom­men bedeutet nicht, dass alle Men­schen am Ende gle­ich viel zur Ver­fü­gung haben.

Entschei­dend ist nicht nur die Auszahlung – son­dern das gesamte Steuer- und Trans­fer­sys­tem.

Men­schen mit hohen Einkom­men wür­den:

  • mehr Steuern zahlen
  • damit einen größeren Beitrag zur Finanzierung leis­ten
  • das Grun­deinkom­men oft fak­tisch wieder zurück­zahlen

Das Grun­deinkom­men wirkt also nicht isoliert, son­dern im Zusam­men­spiel mit dem Steuer­sys­tem.

Der schein­bare Wider­spruch löst sich dadurch auf:

  • alle erhal­ten das Grun­deinkom­men
  • aber über das Steuer­sys­tem zahlen hohe Einkom­men oft mehr zurück, als sie erhal­ten

Faz­it: Alle bekom­men es – aber nicht alle behal­ten es.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Ist es wirk­lich ungerecht, wenn alle das Gle­iche erhal­ten – oder entste­ht Ungerechtigkeit erst dort, wo die Unter­schiede danach entste­hen?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele staatliche Leis­tun­gen gel­ten bere­its heute für alle – unab­hängig vom Einkom­men.

Zum Beispiel:

  • das Recht auf Schul­bil­dung
  • die Nutzung öffentlich­er Infra­struk­tur
  • oder staatliche Sicher­heit

Nie­mand würde ern­sthaft fordern, wohlhabende Men­schen davon auszuschließen.

Vielle­icht ist nicht die Gle­ich­be­hand­lung das Prob­lem – son­dern die falsche Vorstel­lung, dass Gerechtigkeit nur durch Ungle­ich­be­hand­lung entste­hen kann.