Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

37 Viele Menschen wissen doch dann gar nichts mit ihrer Zeit anzufangen!

Viele Menschen wissen doch gar nichts mit ihrer Zeit anzufangen!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment unter­stellt, dass ein erhe­blich­er Teil der Men­schen ohne äußere Struk­tur oder Verpflich­tung nicht in der Lage ist, ihr Leben sin­nvoll zu gestal­ten. Es basiert auf der Annahme, dass Zeit ohne vorgegebene Nutzung automa­tisch zu Leere, Ori­en­tierungslosigkeit oder Untätigkeit führt. Damit wird ein Men­schen­bild trans­portiert, in dem Selb­st­bes­tim­mung nicht als Chance, son­dern als Risiko erscheint.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Schon heute zeigt sich, dass Men­schen sehr wohl in der Lage sind, ihre Zeit sin­nvoll zu nutzen – wenn sie die Möglichkeit dazu haben:

  • Men­schen entwick­eln Hob­bys, Inter­essen und Lei­den­schaften
  • sie küm­mern sich um Fam­i­lie, Fre­unde oder ihr Umfeld
  • sie engagieren sich sozial, kreativ oder per­sön­lich weit­er

Gle­ichzeit­ig ist es nicht ungewöhn­lich, dass Men­schen zunächst Zeit brauchen, um sich neu zu ori­en­tieren – beson­ders dann, wenn sie zuvor stark fremdbes­timmt gelebt haben. Diese Phase ist jedoch kein Scheit­ern, son­dern oft ein notwendi­ger Über­gang.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Ist es wirk­lich ein Prob­lem, wenn Men­schen Zeit brauchen, um her­auszufind­en, was sie mit ihrem Leben anfan­gen möcht­en – oder ist genau das ein Zeichen von Frei­heit?

Übri­gens – schon gewusst?:

Struk­tur im Leben entste­ht nicht nur durch Arbeit – son­dern auch durch:

  • Beziehun­gen
  • Inter­essen
  • per­sön­liche Ziele
  • und sinns­tif­tende Tätigkeit­en

Viele Men­schen ver­lieren ihre Ori­en­tierung nicht durch zu viel Frei­heit – son­dern durch zu wenig Raum, sich selb­st über­haupt ken­nen­zuler­nen.

Oder anders gesagt:

Wer nie Zeit hat­te, her­auszufind­en, was er wirk­lich will, kann schw­er wis­sen, was er mit ihr anfan­gen soll.

Wer sein Leben lang fremdbes­timmt war, braucht manch­mal einen Moment, um sich selb­st über­haupt zu begeg­nen.1Und um zu erken­nen, dass er dafür keine Erlaub­nis braucht.

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    Und um zu erken­nen, dass er dafür keine Erlaub­nis braucht.