Das ist doch alles Unfug!
Dieser Eintrag in den BGE-Ausredengenerator ist aufgrund eines kurzen, aber sehr aussagekräftigen Kommentars zum Vorschlag der angstfreien Umsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens bei Facebook entstanden:1Danke für die Inspiration. 😉
„..Unfug!…“2Solche Reaktionen tauchen in gesellschaftlichen Diskussionen häufiger auf, als man zunächst vermuten würde. 🙁
Was an diesem Gegenargument problematisch ist:
Dieses Gegenargument enthält keine konkrete Begründung, sondern lediglich eine pauschale Abwertung. Mit dem Wort „Unfug“ wird eine Idee einfach als unsinnig oder absurd dargestellt, ohne zu erklären, warum sie angeblich falsch sein soll.
Solche Aussagen tauchen in gesellschaftlichen Diskussionen häufig auf – besonders dann, wenn neue oder ungewohnte Ideen auf bestehende Überzeugungen treffen.
Psychologisch betrachtet kann dabei auch ein Mechanismus wirken, der als Semmelweis-Reflex bezeichnet wird: Neue Erkenntnisse werden reflexartig abgelehnt, weil sie den bisherigen Überzeugungen oder Gewohnheiten widersprechen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Einwand böse gemeint ist. Manchmal steckt dahinter einfach Skepsis, manchmal Unkenntnis, manchmal auch nur eine spontane Reaktion3Dabei wird jedoch oft übersehen, dass eine solche entwertende Reaktion für das Gegenüber sehr verletzend und demütigend sein kann..
Was gegen dieses Gegenargument spricht:
In einer sachlichen Diskussion genügt es nicht, eine Idee lediglich als „Unfug“ zu bezeichnen. Wenn eine Aussage tatsächlich falsch ist, lässt sich das in der Regel auch begründet erklären – zum Beispiel durch Argumente, Daten oder konkrete Gegenbeispiele.
Gerade bei großen gesellschaftlichen Fragen lohnt es sich daher, genauer hinzuschauen:
- Welche Annahmen stecken hinter einer Idee?
- Welche Erfahrungen oder Studien gibt es dazu?
- Welche Argumente sprechen dafür – und welche dagegen?
Erst wenn solche Fragen diskutiert werden, entsteht eine wirkliche Debatte.
Hieraus ergibt sich eine entscheidende Frage:
Wenn eine Idee tatsächlich „Unfug“ ist – warum sollte es dann ein Problem sein, die konkreten Argumente dafür oder dagegen offen zu diskutieren?
Übrigens – schon gewusst?
Viele große gesellschaftliche Veränderungen wurden anfangs ebenfalls als Unsinn, Spinnerei oder unrealistische Utopie bezeichnet.
Zum Beispiel:
- die Demokratie
- das Frauenwahlrecht
- der Sozialstaat
- oder der Achtstundentag
Bevor sie Realität wurden, galten sie für viele Menschen als völlig unrealistisch.
Neue Ideen stoßen also oft zuerst auf Spott oder Ablehnung, bevor sie ernsthaft geprüft werden.
- 1Danke für die Inspiration. 😉
- 2Solche Reaktionen tauchen in gesellschaftlichen Diskussionen häufiger auf, als man zunächst vermuten würde. 🙁
- 3Dabei wird jedoch oft übersehen, dass eine solche entwertende Reaktion für das Gegenüber sehr verletzend und demütigend sein kann.
