Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

12 Das ist doch alles Unfug!

Das ist doch alles Unfug!

Dieser Ein­trag in den BGE-Ausre­den­gener­a­tor ist auf­grund eines kurzen, aber sehr aus­sagekräfti­gen Kom­men­tars zum Vorschlag der angst­freien Umset­zung des bedin­gungslosen Grun­deinkom­mens bei Face­book ent­standen:1Danke für die Inspi­ra­tion. 😉

„..Unfug!…“2Solche Reak­tio­nen tauchen in gesellschaftlichen Diskus­sio­nen häu­figer auf, als man zunächst ver­muten würde. 🙁


Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Gege­nar­gu­ment enthält keine konkrete Begrün­dung, son­dern lediglich eine pauschale Abw­er­tung. Mit dem Wort „Unfug“ wird eine Idee ein­fach als unsin­nig oder absurd dargestellt, ohne zu erk­lären, warum sie ange­blich falsch sein soll.

Solche Aus­sagen tauchen in gesellschaftlichen Diskus­sio­nen häu­fig auf – beson­ders dann, wenn neue oder unge­wohnte Ideen auf beste­hende Überzeu­gun­gen tre­f­fen.

Psy­chol­o­gisch betra­chtet kann dabei auch ein Mech­a­nis­mus wirken, der als Sem­mel­weis-Reflex beze­ich­net wird: Neue Erken­nt­nisse wer­den reflexar­tig abgelehnt, weil sie den bish­eri­gen Überzeu­gun­gen oder Gewohn­heit­en wider­sprechen.

Das bedeutet jedoch nicht automa­tisch, dass der Ein­wand böse gemeint ist. Manch­mal steckt dahin­ter ein­fach Skep­sis, manch­mal Unken­nt­nis, manch­mal auch nur eine spon­tane Reak­tion3Dabei wird jedoch oft überse­hen, dass eine solche entwer­tende Reak­tion für das Gegenüber sehr ver­let­zend und demüti­gend sein kann..

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

In ein­er sach­lichen Diskus­sion genügt es nicht, eine Idee lediglich als „Unfug“ zu beze­ich­nen. Wenn eine Aus­sage tat­säch­lich falsch ist, lässt sich das in der Regel auch begrün­det erk­lären – zum Beispiel durch Argu­mente, Dat­en oder konkrete Gegen­beispiele.

Ger­ade bei großen gesellschaftlichen Fra­gen lohnt es sich daher, genauer hinzuschauen:

  • Welche Annah­men steck­en hin­ter ein­er Idee?
  • Welche Erfahrun­gen oder Stu­di­en gibt es dazu?
  • Welche Argu­mente sprechen dafür – und welche dage­gen?

Erst wenn solche Fra­gen disku­tiert wer­den, entste­ht eine wirk­liche Debat­te.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn eine Idee tat­säch­lich „Unfug“ ist – warum sollte es dann ein Prob­lem sein, die konkreten Argu­mente dafür oder dage­gen offen zu disku­tieren?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele große gesellschaftliche Verän­derun­gen wur­den anfangs eben­falls als Unsinn, Spin­nerei oder unre­al­is­tis­che Utopie beze­ich­net.

Zum Beispiel:

  • die Demokratie
  • das Frauen­wahlrecht
  • der Sozial­staat
  • oder der Acht­stun­den­tag

Bevor sie Real­ität wur­den, gal­ten sie für viele Men­schen als völ­lig unre­al­is­tisch.

Neue Ideen stoßen also oft zuerst auf Spott oder Ablehnung, bevor sie ern­sthaft geprüft wer­den.

  • 1
    Danke für die Inspi­ra­tion. 😉
  • 2
    Solche Reak­tio­nen tauchen in gesellschaftlichen Diskus­sio­nen häu­figer auf, als man zunächst ver­muten würde. 🙁
  • 3
    Dabei wird jedoch oft überse­hen, dass eine solche entwer­tende Reak­tion für das Gegenüber sehr ver­let­zend und demüti­gend sein kann.