Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

15 Wenn mein Nachbar auch das BGE bekommt, will ich nicht, dass es überhaupt eingeführt wird!

Wenn mein Nachbar auch das BGE bekommt, will ich nicht, dass es überhaupt eingeführt wird!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment zeigt, dass es nicht nur um die eigene Sit­u­a­tion geht, son­dern stark darum, wie man im Ver­gle­ich zu anderen daste­ht.

Es beruht auf einem Gerechtigkeit­sempfind­en, das weniger an objek­tiv­en Maßstäben ori­en­tiert ist, son­dern am rel­a­tiv­en Unter­schied zu anderen Men­schen.

Dabei kann selb­st eine Verbesserung der eige­nen Sit­u­a­tion als „ungerecht“ emp­fun­den wer­den – wenn andere eben­falls davon prof­i­tieren.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men gilt für alle Men­schen gle­icher­maßen. Es schafft damit keine neuen Ungle­ich­heit­en, son­dern reduziert beste­hende exis­ten­zielle Unter­schiede.

Dass alle etwas erhal­ten, ist ger­ade kein Nachteil – son­dern die Grund­lage dafür, dass nie­mand unter ein bes­timmtes Niveau fällt.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Geht es bei Gerechtigkeit wirk­lich darum, dass es allen bess­er geht – oder darum, dass es anderen nicht genau­so gut geht wie mir?

Übri­gens – schon gewusst?

Unser Gerechtigkeit­sempfind­en wird stark durch Ver­gle­iche geprägt. Men­schen empfind­en Sit­u­a­tio­nen oft dann als unfair, wenn andere schein­bar „gle­ich viel“ bekom­men – unab­hängig davon, ob sich ihre eigene Lage verbessert.

Dieses Phänomen ist gut erforscht und zeigt: Gerechtigkeit ist nicht nur eine Frage von Fak­ten – son­dern auch von Wahrnehmung.

Wenn Gle­ich­heit sich ungerecht anfühlt, war es vielle­icht nie echte Gerechtigkeit – son­dern ein Vorteil.