Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

17 Das sprengt doch den Haushalt!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment erweckt den Ein­druck, dass ein Grun­deinkom­men zwangsläu­fig zu ein­er finanziellen Über­forderung des Staates führen würde. Dabei wird häu­fig mit sehr großen Sum­men argu­men­tiert, die isoliert betra­chtet tat­säch­lich abschreck­end wirken.

Es wird jedoch oft nicht berück­sichtigt, dass diese Sum­men nicht zusät­zlich, son­dern im Zusam­men­hang mit dem beste­hen­den Sys­tem zu betra­cht­en sind. Zudem bleibt meist unklar, was mit „Haushalt spren­gen“ konkret gemeint ist – ob es um kurzfristige Belas­tun­gen, langfristige Effek­te oder poli­tis­che Pri­or­itäten geht.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Staatliche Haushalte sind keine sta­tis­chen Gebilde, son­dern wer­den kon­tinuier­lich angepasst:

  • Ein­nah­men und Aus­gaben verän­dern sich regelmäßig
  • poli­tis­che Pri­or­itäten ver­schieben sich
  • neue Sys­teme erset­zen alte

Ein Grun­deinkom­men würde nicht ein­fach „zusät­zlich“ einge­führt wer­den, son­dern beste­hende Struk­turen verän­dern oder erset­zen.

Die entschei­dende Frage ist daher nicht:

Wie teuer ist das zusät­zlich?

son­dern:

Wie verän­dert sich das gesamte Sys­tem?

Zudem zeigt die Geschichte, dass viele heute selb­stver­ständliche Leis­tun­gen anfangs eben­falls als „nicht finanzier­bar“ oder „zu teuer“ gal­ten.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wann genau ist ein Staat­shaushalt „gesprengt“ – und wer legt eigentlich fest, welche Aus­gaben möglich sind und welche nicht?

Übri­gens – schon gewusst?

Staat­en geben regelmäßig große Sum­men für unter­schiedliche Bere­iche aus – zum Beispiel für:

  • Krisen­be­wäl­ti­gung
  • Wirtschafts­förderung
  • Sub­ven­tio­nen
  • oder Ret­tungspakete

Diese Aus­gaben wer­den sel­ten grund­sät­zlich infrage gestellt – son­dern poli­tisch entsch­ieden. Ein Grun­deinkom­men ist daher weniger eine Frage der Möglichkeit – son­dern vor allem eine Frage der Pri­or­ität.

Manche Aus­gaben spren­gen nie den Haushalt – son­dern nur unsere Vorstel­lung davon, wofür Geld da sein darf.