Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

28 Das wird doch sowieso nie kommen!

Das wird doch sowieso nie kommen!
Das wird doch sowieso nie umgesetzt!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment been­det die inhaltliche Diskus­sion, bevor sie über­haupt richtig begonnen hat. Es bew­ertet nicht die Idee selb­st, son­dern stellt ihre Real­isier­barkeit pauschal infrage – oft ohne konkrete Begrün­dung.

Damit ver­schiebt sich der Fokus: Nicht mehr die Frage „Ist das sin­nvoll?“ ste­ht im Mit­telpunkt, son­dern die Annahme „Das passiert ja ohne­hin nicht.

Diese Hal­tung kann dazu führen, dass notwendi­ge gesellschaftliche Verän­derun­gen gar nicht erst ern­sthaft geprüft wer­den – weil sie vorschnell als unre­al­is­tisch ein­ge­ord­net wer­den.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass viele große gesellschaftliche Verän­derun­gen lange Zeit als unre­al­is­tisch oder unmöglich gal­ten.

Zum Beispiel:

  • die Demokratie in ihrer heuti­gen Form
  • das Frauen­wahlrecht
  • der Sozial­staat
  • der Min­dest­lohn
  • oder der Acht­stun­den­tag

All diese Entwick­lun­gen wur­den über Jahre oder Jahrzehnte hin­weg disku­tiert, angezweifelt – und schließlich doch umge­set­zt.

Gesellschaftlich­er Wan­del entste­ht sel­ten plöt­zlich. Er begin­nt oft mit Ideen, die zunächst als „nicht umset­zbar“ erscheinen. Dass etwas heute noch nicht Real­ität ist, bedeutet daher nicht, dass es grund­sät­zlich nicht möglich ist.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn neue Ideen immer mit dem Argu­ment abgelehnt wer­den, dass sie „sowieso nie kom­men“ – wie kann dann über­haupt jemals gesellschaftlich­er Fortschritt entste­hen?

Übri­gens – schon gewusst?

Fast alle großen Verän­derun­gen begin­nen mit einem Satz wie: „Das wird doch nie kom­men.“ Und oft ist genau dieser Satz im Rück­blick der Moment, an dem man erken­nt, wie sehr sich eine Gesellschaft noch verän­dern kann.

Vielle­icht ist nicht die Idee unre­al­is­tisch – son­dern nur unsere Vorstel­lung davon, was möglich ist.