Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

29 Der Übergang würde doch Chaos verursachen!

Der Übergang würde doch Chaos verursachen!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass die Ein­führung eines Grun­deinkom­mens zwangsläu­fig zu einem unkon­trol­lierten und chao­tis­chen Umbruch führen würde. Dabei wird oft stillschweigend angenom­men, dass eine solche Verän­derung plöt­zlich, unge­plant oder ohne Vor­bere­itung erfol­gen müsste.

Es ver­mis­cht damit zwei Dinge:

  • die Idee eines Grun­deinkom­mens
  • und die Art und Weise sein­er Ein­führung

Das mögliche Risiko eines schlecht gestal­teten Über­gangs wird so zum Argu­ment gegen die Idee selb­st.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Große gesellschaftliche Verän­derun­gen wer­den in der Prax­is nicht spon­tan einge­führt, son­dern sorgfältig vor­bere­it­et und schrit­tweise umge­set­zt.

Das gilt auch für viele zen­trale Refor­men der Ver­gan­gen­heit:

  • die Ein­führung des Euro
  • die Renten­re­for­men
  • der Min­dest­lohn
  • oder umfan­gre­iche Steuer­refor­men

Solche Verän­derun­gen erfol­gen in der Regel:

  • mit Über­gangsregelun­gen
  • mit Test­phasen oder Mod­ell­pro­jek­ten
  • und mit kon­tinuier­lich­er Anpas­sung

Auch ein Grun­deinkom­men kön­nte – und würde – in klar definierten Schrit­ten einge­führt wer­den, um Sta­bil­ität zu gewährleis­ten. Das Risiko von Chaos entste­ht daher weniger durch die Verän­derung selb­st – son­dern durch fehlende Pla­nung.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Entste­ht Chaos wirk­lich durch Verän­derung an sich – oder eher dann, wenn Verän­derun­gen nicht gut vor­bere­it­et wer­den?

Übri­gens – schon gewusst?

Viele der größten Verän­derun­gen in unser­er Gesellschaft wirken im Rück­blick erstaunlich geord­net – obwohl sie im Vor­feld als riskant oder chao­tisch beschrieben wur­den. Oft zeigt sich erst im Nach­hinein:

Nicht die Verän­derung war das Prob­lemson­dern die Angst davor.