Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

30 Deutschland kann sich das im internationalen Wettbewerb nicht leisten!

Deutschland kann sich das im internationalen Wettbewerb nicht leisten!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment geht davon aus, dass ein Grun­deinkom­men die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit Deutsch­lands automa­tisch schwächen würde. Dabei wird oft stillschweigend angenom­men, dass wirtschaftlich­er Erfolg vor allem davon abhängt, möglichst niedrige Kosten zu haben – ins­beson­dere bei Löh­nen und Sozialleis­tun­gen.

Diese Sichtweise reduziert Wet­tbe­werb jedoch auf einen einzi­gen Fak­tor und blendet andere entschei­dende Aspek­te aus, wie:

  • Inno­va­tions­fähigkeit
  • Pro­duk­tiv­ität
  • Infra­struk­tur
  • Bil­dung
  • poli­tis­che Sta­bil­ität

Zudem entste­ht der Ein­druck, dass soziale Sicher­heit grund­sät­zlich ein Nachteil im inter­na­tionalen Wet­tbe­werb sei.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Viele wirtschaftlich erfol­gre­iche Län­der ver­fü­gen über aus­geprägte soziale Sicherungssys­teme – und sind den­noch inter­na­tion­al wet­tbe­werb­s­fähig.

Ein Grun­deinkom­men kön­nte sog­ar neue Vorteile schaf­fen:

  • mehr unternehmerische Frei­heit durch gerin­geres per­sön­lich­es Risiko
  • höhere Inno­va­tions­bere­itschaft
  • bessere Ver­hand­lungspo­si­tion von Arbeit­nehmern
  • mehr Sta­bil­ität in Krisen­zeit­en

Zudem basiert inter­na­tionaler Wet­tbe­werb nicht nur auf niedri­gen Kosten, son­dern zunehmend auf Qual­ität, Wis­sen und tech­nol­o­gis­ch­er Entwick­lung.

Ein Grun­deinkom­men würde diese Fak­toren nicht schwächen – son­dern kön­nte sie sog­ar stärken.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Beste­ht wirtschaftlich­er Erfolg wirk­lich darin, möglichst wenig soziale Sicher­heit zu bieten – oder darin, die besten Bedin­gun­gen für Inno­va­tion, Sta­bil­ität und men­schlich­es Poten­zial zu schaf­fen?

Übri­gens – schon gewusst?

Einige der wirtschaftlich erfol­gre­ich­sten Län­der der Welt haben gle­ichzeit­ig hohe soziale Stan­dards. Offen­bar schließen sich wirtschaftliche Stärke und soziale Sicher­heit nicht aus – son­dern gehen oft Hand in Hand.1Vgl. z. B. die nordis­chen Län­der (Schwe­den, Däne­mark, Nor­we­gen, Finn­land), die sowohl hohe soziale Stan­dards als auch eine hohe Wet­tbe­werb­s­fähigkeit aufweisen (siehe u. a. Glob­al Com­pet­i­tive­ness Index und Social Progress Index).

Vielle­icht ist nicht soziale Absicherung das Risiko im Wet­tbe­werb – son­dern ihr Fehlen.

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    Vgl. z. B. die nordis­chen Län­der (Schwe­den, Däne­mark, Nor­we­gen, Finn­land), die sowohl hohe soziale Stan­dards als auch eine hohe Wet­tbe­werb­s­fähigkeit aufweisen (siehe u. a. Glob­al Com­pet­i­tive­ness Index und Social Progress Index).