Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

33 Ohne Arbeit verlieren Menschen ihren Selbstwert!

Ohne Arbeit verlieren Menschen ihren Selbstwert!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment set­zt Arbeit mit Selb­st­wert gle­ich – und reduziert damit den Wert eines Men­schen auf seine Rolle im Erwerb­ssys­tem. Es unter­stellt, dass Selb­stach­tung nur durch bezahlte Arbeit entste­hen kann – und dass Men­schen ohne Erwerb­sar­beit zwangsläu­fig an Wert ver­lieren.1Was lei­der viele Men­schen unter den beste­hen­den gesellschaftlichen Bedin­gun­gen tat­säch­lich auch von sich selb­st glauben. Dabei wird überse­hen, dass Selb­st­wert ein zutief­st men­schlich­es, inneres Empfind­en ist – und nicht an Lohnabrech­nun­gen gebun­den sein kann.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Schon heute erleben viele Men­schen, dass Erwerb­sar­beit keineswegs automa­tisch zu Selb­st­wert führt:

  • Men­schen in schlecht bezahlten oder entwürdi­gen­den Jobs ver­lieren oft eher an Selb­stach­tung als dass sie sie gewin­nen
  • Burnout, Depres­sio­nen und innere Erschöp­fung entste­hen nicht sel­ten ger­ade im Arbeit­sleben
  • Gle­ichzeit­ig erfahren Men­schen Sinn, Anerken­nung und Selb­st­wirk­samkeit in Bere­ichen, die gar nicht oder schlecht bezahlt wer­den – etwa in der Pflege von Ange­höri­gen, im Ehre­namt oder in kreativ­en Tätigkeit­en

Selb­st­wert entste­ht also nicht durch Zwang zur Arbeit – son­dern durch Sinn, Anerken­nung und echte Wirk­samkeit.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Sollte der Selb­st­wert eines Men­schen wirk­lich davon abhän­gen, ob er sich auf dem Arbeits­markt ver­w­erten lässt?

Übri­gens – schon gewusst?

In vie­len tra­di­tionellen Gemein­schaften – lange bevor es mod­erne Arbeitsmärk­te gab – war der Wert eines Men­schen nie allein an „Arbeit“ im heuti­gen Sinne gebun­den. Men­schen hat­ten ihren Platz durch Zuge­hörigkeit, Erfahrung, Für­sorge oder Wis­sen.

Die Idee, dass Selb­st­wert primär durch Erwerb­sar­beit entste­ht, ist his­torisch gese­hen eher die Aus­nahme als die Regel.

Die Kon­di­tion­ierung, den eige­nen Wert über Erwerb­sar­beit zu definieren, begin­nt oft schon sehr früh – manch­mal ganz beiläu­fig, mit ein­er schein­bar harm­losen Frage:

Was möcht­est Du denn mal wer­den, wenn Du groß bist, mein liebes Kind?2Eine mögliche Antwort wäre dann vielle­icht:
Im Gegen­satz zu allen vorheri­gen Gen­er­a­tio­nen: psy­chisch gesund bleiben, liebe Oma.

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    Was lei­der viele Men­schen unter den beste­hen­den gesellschaftlichen Bedin­gun­gen tat­säch­lich auch von sich selb­st glauben.
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    Eine mögliche Antwort wäre dann vielle­icht:
    Im Gegen­satz zu allen vorheri­gen Gen­er­a­tio­nen: psy­chisch gesund bleiben, liebe Oma.