Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

34 Warum soll jemand genauso viel bekommen wie ich, obwohl ich mehr leiste?

Warum soll jemand genauso viel bekommen wie ich, obwohl ich mehr leiste?

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment set­zt voraus, dass sich die Leis­tung von Men­schen ein­deutig messen und miteinan­der ver­gle­ichen lässt. Es unter­stellt, dass sich der Wert eines Beitrags objek­tiv bes­tim­men lässt – und dass daraus eine klare Ran­gord­nung entste­ht, die sich direkt in Einkom­men über­set­zen sollte.

Dabei wird jedoch überse­hen, dass viele Leis­tun­gen gar nicht ver­gle­ich­bar sind:

  • Wie misst man Für­sorge, Kreativ­ität oder soziale Ver­ant­wor­tung?
  • Ist kör­per­lich harte Arbeit „mehr“ wert als emo­tionale Belas­tung?
  • Und wer entschei­det über­haupt, was als „mehr“ gilt?

Zudem wird stillschweigend angenom­men, dass Men­schen mit höherem Einkom­men automa­tisch mehr leis­ten – obwohl Einkom­men oft auch von Mark­t­mech­a­nis­men, Ver­hand­lungs­macht oder Zufällen abhängt.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men bedeutet nicht, dass alle Men­schen „gle­ich viel“ bekom­men. Es bedeutet, dass alle Men­schen eine gle­iche Grund­lage erhal­ten – unab­hängig davon, was sie darüber hin­aus leis­ten oder ver­di­enen.

Unter­schiede bleiben weit­er­hin beste­hen:

  • durch Erwerb­seinkom­men
  • durch Selb­st­ständigkeit
  • durch unternehmerische Tätigkeit

Das Grun­deinkom­men erset­zt also nicht das Leis­tung­sprinzip – es ergänzt es um eine gemein­same Basis.

Die entschei­dende Ver­schiebung liegt darin:

Nicht die Exis­tenz hängt von Leis­tung ab – son­dern nur das Darüber hin­aus.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Sollte die Exis­tenz eines Men­schen wirk­lich davon abhän­gen, wie seine Leis­tung im Ver­gle­ich zu anderen bew­ertet wird?

Übri­gens – schon gewusst?:

Schon heute erhal­ten Men­schen in unser­er Gesellschaft Einkom­men oder finanzielle Vorteile, ohne dass sie dafür eine aktuelle, mess­bare Leis­tung erbrin­gen müssen.

Zum Beispiel:

  • durch Erb­schaften
  • durch Kap­i­talerträge
  • oder durch beste­hende Ver­mö­genswerte

Die Vorstel­lung, dass Einkom­men auss­chließlich an per­sön­liche Leis­tung gebun­den ist, entspricht daher bere­its heute nicht der Real­ität.

Oder anders gesagt:

Gle­ich­heit empört uns oft nur dann – wenn sie auch für andere gilt.