Angstfrei zum Grundeinkommen

Die Rückbesinnung auf das Normale

07 Dann werden die Menschen doch total faul!

Dann werden die Menschen doch nur faul!

Was an diesem Gege­nar­gu­ment prob­lema­tisch ist:

Dieses Argu­ment unter­stellt, dass Men­schen von Natur aus möglichst wenig tun möcht­en und nur unter wirtschaftlichem Druck über­haupt aktiv wer­den.

Es basiert damit auf einem Men­schen­bild, in dem Tätigkeit vor allem durch Zwang und Exis­ten­zangst entste­ht.

Dabei wird überse­hen, dass Men­schen aus vie­len anderen Grün­den aktiv wer­den – zum Beispiel aus Neugi­er, Ver­ant­wor­tung, Sinnsuche, Gemein­schaft oder dem Wun­sch, etwas zu gestal­ten.

Wenn Faul­heit tat­säch­lich der natür­liche Zus­tand des Men­schen wäre, hätte sich unsere Gesellschaft kaum entwick­eln kön­nen.

Was gegen dieses Gege­nar­gu­ment spricht:

Ein Blick in den All­t­ag zeigt, dass Men­schen ständig Tätigkeit­en ausüben, für die sie über­haupt kein Geld bekom­men.

Zum Beispiel:

  • in der Kinder­en­twick­lungs­be­gleitung
  • bei der Pflege von Ange­höri­gen
  • im Ehre­namt
  • in Vere­inen, Ini­tia­tiv­en oder Nach­barschaft­shil­fe
  • oder in kreativ­en Pro­jek­ten

All diese Tätigkeit­en entste­hen nicht aus Exis­ten­z­druck, son­dern aus Engage­ment, Inter­esse oder Ver­ant­wor­tung.

Ein Grun­deinkom­men würde diese Moti­va­tion nicht zer­stören – son­dern vie­len Men­schen erst­mals die Möglichkeit geben, solchen Tätigkeit­en mehr Raum zu geben.

Hier­aus ergibt sich eine entschei­dende Frage:

Wenn Men­schen ange­blich nur unter Zwang aktiv wer­den – warum engagieren sich dann schon heute Mil­lio­nen Men­schen frei­willig für andere?

Übri­gens – schon gewusst?

Ein großer Teil gesellschaftlich notwendi­ger Arbeit wird heute bere­its unbezahlt geleis­tet. Zum Beispiel in Fam­i­lien, im Ehre­namt oder in sozialen Ini­tia­tiv­en.

Unsere Gesellschaft funk­tion­iert also längst nicht nur durch bezahlte Arbeit – son­dern vor allem durch frei­williges Engage­ment.

Wäre der Men­sch von Natur aus faul, wäre er noch heute ein Einzeller. 😉